Nach einer weiteren Trennung von Chase Sexton und einem Werksteam, werden die Optionen dünner und der Ruf nicht gerade besser. Wo zieht es den ehemaligen Champion als nächstes hin? Welche Optionen bleiben ihm noch?
Chase Sextons Zukunft ist offen. Nachdem der US-Amerikaner seinen ursprünglich auf drei Jahre ausgelegten Vertrag mit Monster Energy Kawasaki bereits nach einer Saison beendet hat, werden erste mögliche Teams für 2027 gehandelt. Steve Matthes nannte im Podcast vier Kandidaten: Red Bull KTM, Monster Energy Yamaha Star Racing, Quad Lock Honda und Twisted Tea Suzuki.
Matthes geht davon aus, dass Sexton seinen Vertrag nicht ohne eine vielversprechende Alternative aufgelöst hätte. Deshalb rechnet er damit, dass es schon bald Neuigkeiten zu den Plänen des US-Amerikaners geben könnte.
Rückkehr zu KTM?
Eine Rückkehr zu Red Bull KTM erscheint durchaus denkbar. Laut Matthes soll es bereits ein Treffen zwischen Sexton und KTM gegeben haben. Dabei habe sich der Fahrer bei Teammanager Ian Harrison für das Ende ihrer früheren Zusammenarbeit entschuldigt. Damals war das Verhältnis offenbar so angespannt, dass beide kaum noch miteinander gesprochen hatten. Anders als bei der aktuellen Trennung von Kawasaki hatte Sexton seinen KTM-Vertrag allerdings bis zum Ende erfüllt.
Sportlich verlief die gemeinsame Zeit erfolgreich. In zwei Jahren bei KTM feierte Sexton insgesamt 17 Siege und stand bei Supercross und Motocross zusammen 36-mal auf dem Podium. Dazu zählen neun Siege in der 450SX-Klasse, acht Gesamtsiege in der 450er-Pro-Motocross-Klasse und der Titel in der Pro-Motocross-Meisterschaft 2024.
Für KTM könnte Sexton vor allem im Supercross eine Verstärkung sein. Jorge Prado und Lucas Coenen sind bereits für die 450er-Klasse in der Saison 2027 eingeplant. Durch den Rücktritt von Eli Tomac ist zudem ein weiterer Platz im 450SX-Aufgebot frei geworden. Auch das ursprünglich für Tomac vorgesehene Budget könnte nun anderweitig eingesetzt werden.
Matthes sieht in einer Rückkehr eine Chance für beide Seiten. Sollte Sexton bei KTM wieder an seine früheren Leistungen anknüpfen und um Siege sowie Meisterschaften kämpfen, könnte die Zusammenarbeit seiner Karriere neuen Schwung verleihen. Dafür müsste er möglicherweise sogar ein geringeres Gehalt als bei Kawasaki akzeptieren.

Zurück auf einen Japaner?
Auch Monster Energy Yamaha Star Racing kommt als neues Team infrage. Laut Matthes würde Teambesitzer Bobby Regan Sexton gerne verpflichten. Ob Yamaha als Hersteller den Wechsel unterstützt, sei allerdings unklar. Deshalb könnte Regan versuchen, den Deal selbst zu finanzieren.
„Ich weiß definitiv, dass Bobby Regan versucht, etwas möglich zu machen und das Geld dafür aufzutreiben“, sagte Matthes.
Mit Justin Cooper und Haiden Deegan stehen bereits zwei Fahrer für 2027 fest. Zudem könnte Cole Davies ab 2028 in die 450er-Klasse aufsteigen. Trotzdem hält Matthes eine Verpflichtung Sextons für möglich. Auch Sponsor Monster Energy könnte bei den Gesprächen eine Rolle spielen, da Sexton bereits früher mit der Marke zusammengearbeitet hat.
Quad Lock in der Offensive
Eine weitere Möglichkeit ist Quad Lock Honda. Das Team hat für die kommende Saison bereits einige Veränderungen vorgenommen und Cameron McAdoo sowie Michael Mosiman für das 250SX-Aufgebot verpflichtet. Außerdem ist der ehemalige Profi Kevin Windham zum Programm gestoßen.
Ein Wechsel zu Honda wäre für Sexton eine Rückkehr zu einem vertrauten Umfeld. Sowohl auf der CRF250R als auch auf der CRF450R konnte er bereits Erfolge feiern. Ein Platz im Werksteam Honda HRC Progressive gilt allerdings als unwahrscheinlich, da mit den Lawrence-Brüdern bereits zwei Fahrer gesetzt sind. Bei Quad Lock Honda könnte sich dagegen eine Möglichkeit ergeben. Allerdings dürfte das Team bei der Versorgung mit Werksmaterial gegenüber der Werksmannschaft im Nachteil sein.
Matthes deutete zudem an, über eine interessante Information zu verfügen, die für einen Wechsel Sextons zu Honda sprechen könnte. Genauere Details wollte er bislang nicht verraten.

Ken Roczen’s Entscheidung entscheidet
Als vierte Option gilt Twisted Tea Suzuki. Hier hängt vieles von der Zukunft Ken Roczens ab. Der amtierende Supercross-Champion hatte lange offengelassen, ob er 2027 erneut an den Start gehen wird. Gleichzeitig soll ihm Teamchef Dustin Pipes bereits einen Mehrjahresvertrag angeboten haben.
Matthes vermutet, dass die Gespräche mit Sexton auch Roczens Vertragsverhandlungen beeinflussen könnten. Sollte Suzuki versuchen, Sexton ins Team zu holen, könnte Roczens Umfeld angesichts der verfügbaren finanziellen Mittel eine Gehaltserhöhung fordern. Mit Jason Anderson und dem früheren Ducati-Piloten Justin Barcia verfügt die Mannschaft bereits über prominente Fahrer. Sexton wäre ein weiterer hochkarätiger Neuzugang. Auch der neue Hauptsponsor AWM Fulfillment könnte bei der Finanzierung eine Rolle spielen.
Eine Entscheidung über Sextons Zukunft steht noch aus. Wegen einer Knieverletzung kann der US-Amerikaner derzeit nicht uneingeschränkt testen. Matthes rechnet jedoch damit, dass er bald wieder auf dem Motorrad sitzt und in absehbarer Zeit auch seine Pläne für 2027 bekannt gibt.
