Bei dem am vergangenen Wochenende absolvierten siebten Aufeinandertreffen der Monster Energy AMA Supercross Championship 2026 zeigte Ken Roczen trotz Krankheit eine kämpferische Leistung. Im Hauptrennen belegte der 31-jährige Thüringer im Hauptrennen der Premiumklasse 450SX nach insgesamt siebzehn Führungsrunden Platz vier.

Nachdem er das Zeittraining der „Big Boys“ mit gerade einmal fünf Hundertstelsekunden Abstand zu Eli Tomac (KTM) als zweitschnellster Fahrer beendete hatte, setzte Ken Roczen im ersten Vorlauf ein Ausrufezeichen. Dieses beendete der Mann mit der Startnummer #94 an seiner Progressive Insurance Cycle Gear ECSTAR-Suzuki vor seinem Teamkollegen Jason Anderson mit einem Start-Ziel-Sieg und sicherte so eine hervorragende Ausgangsposition für das Meisterschaftspunkte einbringende Hauptrennen über zwanzig Minuten plus eine Runde.
Frühe Führung und 17 Runden an der Spitze
Im Main Event musste sich Ken Roczen zwar im Kampf um den Holeshot dem Titelverteidiger Cooper Webb (Yamaha) knapp geschlagen geben, jedoch konnte er bereits wenig später die Spitzenposition im Fahrerfeld übernehmen. Diese behauptete er nachfolgend siebzehn Runden lang, wobei er sich ab Mitte des Rennens ein intensives Duell mit dem in der Meisterschaft führenden Australier Hunter Lawrence (Honda) lieferte. Dann musste Roczen seiner angeschlagenen Gesundheit Tribut zollen und im weiteren Verlauf auf der anspruchsvollen Strecke Positionen abgeben. Am Ende passierte er hinter Lawrence, Eli Tomac und Webb als starker Vierter die Ziellinie.

In der Meisterschaftswertung rutschte Ken Roczen zwar auf den vierten Rang, hält aber mit nur zwei Punkten Abstand zum drittplatzierten Copper Webb unmittelbaren Kontakt zum aktuellen Führungstrio.
„Ich finde, wir sind den ganzen Tag über wirklich gut gefahren“, resümierte Ken Roczen nach dem Rennen. „Die Strecke war mit großen Sprüngen und tückischen Whoops ziemlich schwierig. Zwar sah der Boden perfekt aus, war aber tatsächlich sehr rutschig. Ich bin mit einer Erkrankung ins Wochenende gestartet und meine Lungen waren völlig kaputt. Daher bin ich eigentlich mit meiner Leistung sehr zufrieden. Wir hatten einen guten Start und konnten so lange wie möglich mithalten. Der vierte Platz ist solide, und es stehen noch viele Rennen aus. Wenn wir weiterhin so hart arbeiten, werden wir gut abschneiden.“
Das Team lobt die Widerstandsfähigkeit
Auch Teamchef Dustin Pipes zog trotz verpasstem Podium ein positives Fazit. „Es war ein guter Abend in Arlington“, erklärte Pipes. „Ich war sehr zufrieden mit unserem Doppelsieg im Vorlauf. Das Hauptrennen begann gut, Ken und Jason lagen beide unter den ersten Fünf, aber Jasons Stürze führten zu einem DNF, und Ken wurde durch eine Krankheit zurückgeworfen. Colt fuhr trotz der Rückschläge gut. Die Ergebnisse spiegeln nicht vollständig die Anstrengungen und Fortschritte wider. Wir werden uns neu formieren und für Daytona bereit sein.“
Trotz gesundheitlicher Einschränkungen und schwieriger Streckenbedingungen unterstrich Roczen in Arlington seine Konkurrenzfähigkeit. Die starke Pace über weite Teile des Finales sowie der Doppelsieg im Vorlauf liefern dem Team zusätzlichen Rückenwind für die kommende Aufgabe in Daytona.
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