Der Start in die Meisterschaftssaison 2026 führte das Team von SHR Motorsports by Hartje am Osterwochenende nach Grevenbroich oder wie die Strecke im Fahrerlager seit jeher genannt wird: „Das Loch“. Und dieser Name sollte einmal mehr Programm sein.
Schon im Freien Training wurde klar, dass dieses Wochenende kein leichtes werden würde. Der tiefe, weiche Sand in Kombination mit ausgefahrenen, harten Kanten verlangte den Fahrern alles ab, technisch wie körperlich.
Im Zeittraining zeigte sich dann, wie eng es in dieser Saison zugeht. Dawid Zaremba tat sich zunächst schwer, seinen Rhythmus zu finden. In einem extrem dichten Fahrerfeld bedeutete Platz 17 am Ende dennoch nur rund eine Sekunde Rückstand auf die Top 10. Ein deutliches Zeichen für das hohe Niveau. Für ihn war der Samstag damit beendet, da seine Läufe erst am Sonntag anstanden.
In der Masters-Klasse sorgte eine neue Regel für zusätzliche Intensität: Erstmals gingen alle 50 Fahrer gemeinsam auf die Strecke. Jörgen-Matthias Talviku fand sich gut zurecht und sicherte sich mit einer starken Runde Platz 7. Emil Weckman lag nur knapp dahinter und qualifizierte sich auf Rang 13. Für die kurze Startgerade in Grevenbroich eine durchaus brauchbare Ausgangslage.

Der erste Rennlauf am Samstag begann vielversprechend. Beide Fahrer kamen stark aus dem Gatter und sortierten sich direkt in den Top 10 ein. Doch das Rennen entwickelte sich schnell zu einem Kraftakt. Talviku musste bereits in der ersten Rennhälfte mit starkem Arm-Pump kämpfen und verlor mehrere Positionen. Am Ende wurde es Platz 13. Weckman hatte noch mehr Pech: Zwei Stürze, beide glimpflich, kosteten ihn viel Zeit und Rhythmus. Entsprechend enttäuscht kam er auf Rang 19 ins Ziel. Mit Blick auf den Sonntag war jedoch klar: Da geht noch mehr.
Der Renntag begann mit Dawid Zaremba im Junior Cup 125 und was für ein Start das war. Trotz Rang 17 im Qualifying kam er nahezu perfekt aus dem Gatter und verpasste den Holeshot nur knapp. Über weite Strecken hielt er sich sensationell auf Platz 2. Doch eine hartnäckige Erkältung machte ihm zunehmend zu schaffen. Gegen Rennende musste er dem Tempo Tribut zollen und kam schließlich erschöpft, aber kämpferisch stark auf Rang 7 ins Ziel. Im zweiten Lauf zeigte Zaremba erneut seine Startstärke und kam wieder als Zweiter aus der ersten Runde. Doch die Erkältung steckte ihm weiterhin in den Knochen. Trotz großem Einsatz reichte es diesmal für Platz 9. In der Tageswertung bedeutete das Rang 7. Ein solides Ergebnis, das zeigt, was mit voller Fitness möglich ist.

Kurz darauf folgte der nächste Höhepunkt: Talviku erwischte einen perfekten Start, schnappte sich den Holeshot und führte das Feld souverän an. Runde für Runde kontrollierte er das Rennen und baute sogar einen kleinen Vorsprung auf. Doch die extrem anspruchsvolle Strecke forderte ihren Preis. Kleine Fehler gegen Rennende öffneten die Tür für die Verfolger, und in einem intensiven Zweikampf musste er zwei Positionen abgeben. Dennoch: Platz 3 und ein starkes Ausrufezeichen zum Saisonstart. Weckman hingegen musste erneut von hinten kommen. Nach einem durchwachsenen Start kämpfte er sich durch das Feld und arbeitete sich bis auf Rang 14 nach vorne.
Im finalen Lauf der Masters-Klasse präsentierte sich Talviku noch einmal stark. Den Holeshot verpasste er nur knapp, hielt sich aber konstant in der Spitzengruppe und lieferte sich mehrere intensive Zweikämpfe. Am Ende überquerte er die Ziellinie auf Platz 4 und sicherte sich damit auch Rang 4 in der Gesamtwertung, lediglich sechs Punkte fehlten zum Podium. Weckman hatte erneut Pech am Start und wurde eingeklemmt. Vom Ende des Feldes aus kämpfte er sich auf der mittlerweile stark zerstörten Strecke bis auf Platz 17 nach vorne. In der Wochenendwertung bedeutete das Rang 18.

Der Saisonauftakt in Grevenbroich war geprägt von schwierigen Bedingungen, engen Abständen und vielen intensiven Zweikämpfen. Trotz Rückschlägen und gesundheitlicher Einschränkungen zeigte das Team starke Starts, großen Kampfgeist und immer wieder sein Potenzial.
Ein großes Dankeschön geht an die Jungs aus England von Plews Tyres sowie an Maxima und Hartje, die uns an diesem Wochenende direkt vor Ort unterstützt haben. Euer Support im Fahrerlager, die fachliche Hilfe und der direkte Austausch machen einen echten Unterschied gerade bei solch anspruchsvollen Bedingungen. Umso mehr wissen wir euren Einsatz zu schätzen. Danke für euren starken Rückhalt!
Die Richtung stimmt und mit Blick auf die kommenden Rennen lässt sich sagen: Das war erst der Anfang.
Alle Ergebnisse des ADAC MX Masters in Grevenbroich im Detail ››
