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Drama in High Point: Seth Hammaker verliert das Red Plate

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Lesedauer: 3 min

Das Titelrennen der 250ccm-Klasse hat in High Point eine entscheidende Wendung genommen. Während Seth Hammaker nach einem heftigen Sturz viele Punkte einbüßte, rettete Levi Kitchen mit einem kämpferischen Rennen die Meisterschaftsführung für Pro Circuit Kawasaki.

Monster Energy/Pro Circuit Kawasaki reiste mit viel Rückenwind nach High Point. Seth Hammaker und Levi Kitchen lagen punktgleich an der Spitze der Meisterschaft, der erste Pro-Motocross-Titel seit Adam Cianciarulo im Jahr 2019 schien plötzlich wieder in Reichweite. Nach einem turbulenten Rennwochenende ist von der Euphorie allerdings nicht mehr viel übrig.

Schon der erste Lauf verlief alles andere als nach Plan. Zwar erwischten Hammaker und Kitchen gute Starts, konnten das Tempo an der Spitze aber nicht halten und verloren im Rennverlauf mehrere Positionen. Kitchen kam zusätzlich zu Fall und musste sich durchs Feld zurückkämpfen. Für Enzo Temmerman war der Tag sogar vorzeitig beendet: Der Ersatzfahrer für den verletzten Cameron McAdoo stürzte heftig und zog sich eine Gehirnerschütterung zu.

Der größte Rückschlag folgte jedoch im zweiten Lauf. Hammaker verlor bei einem Sprung die Kontrolle, überschlug sich spektakulär und blieb nach dem heftigen Einschlag liegen. Das Rennen war für ihn sofort beendet. Während er vom Medical-Team versorgt wurde, gingen gleichzeitig wichtige Punkte im Titelkampf verloren. Statt mit dem Red Plate in die Rennpause zu gehen, fiel der US-Amerikaner auf Rang fünf der Gesamtwertung zurück.

„Ich bin natürlich enttäuscht, wie der Tag gelaufen ist. Bis zu meinem Sturz im zweiten Lauf hatte ich das Gefühl, dass wir in einer guten Position waren und ich mich auf dem Motorrad wohlgefühlt habe. Es ist frustrierend, auf diese Weise so viele Punkte zu verlieren. Jetzt konzentriere ich mich erst einmal darauf, mich untersuchen zu lassen und herauszufinden, wie es mir geht. Danach werden wir die Pause nutzen, um uns neu zu sortieren.“

Wie schwer sich Hammaker bei dem Crash verletzt hat, ist derzeit noch nicht bekannt. Die einwöchige Rennpause dürfte für den Kawasaki-Piloten deshalb genau zum richtigen Zeitpunkt kommen.

Auch Teamkollege Levi Kitchen hatte keinen einfachen Tag. Nach seinem Sturz im ersten Lauf fand er nie richtig in seinen Rhythmus. Im zweiten Rennen arbeitete er sich zunächst bis auf Rang vier nach vorne, fiel anschließend aber wieder bis auf Platz acht zurück. Erst in den Schlussrunden konnte er noch einmal angreifen und sich Rang fünf sichern – ein Ergebnis, das im Titelrennen noch enorm wichtig werden könnte.

„Es war definitiv ein schwieriger Tag. Im ersten Lauf bin ich früh gestürzt, das hat mich natürlich zurückgeworfen. Ich war eigentlich gut dabei, aber insgesamt hat mir einfach das Tempo gefehlt. Den ganzen Tag über habe ich mich nicht wirklich wohlgefühlt. Trotzdem ist es natürlich wichtig, dass ich das Red Plate behalten konnte. Jetzt tut die Pause gut, bevor es nach RedBud geht. Ich freue mich darauf – das ist wahrscheinlich sogar meine Lieblingsstrecke im Kalender.“

Dass Kitchen die Meisterschaft trotz des schwierigen Wochenendes weiterhin anführt, dürfte sich fast wie ein kleiner Erfolg anfühlen. Sein Vorsprung auf Jo Shimoda beträgt allerdings nur noch einen einzigen Punkt.

Der Kawasaki-Pilot wollte den Renntag deshalb auch nicht ausschließlich negativ bewerten.

„Seth und ich sind punktgleich nach High Point gekommen. Gleichzeitig wusste ich aber auch, dass diese Strecke nicht unbedingt zu meinen stärksten gehört. Deshalb kann ich mit dem Ergebnis leben. Es war kein guter Tag, aber wenn das mein schlechtestes Rennen war, dann können wir darauf aufbauen.“

Nach High Point ist das Titelrennen in der 250ccm-Klasse wieder völlig offen. Kawasaki hat einen schmerzhaften Dämpfer kassiert, hält mit Kitchen aber weiterhin die Führung in der Meisterschaft. Entscheidend wird nun sein, wie schnell Hammaker nach seinem heftigen Sturz wieder ins Renngeschehen zurückkehren kann.

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Kai Schulte-Lippern
Kai Schulte-Lippern
Fotocredits
  • nic brouse
Textcredits
  • Kai Schulte-Lippern

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