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PM SBR Motocross - Dutch Supercross 2026

Supercross-Action in Assen

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Lesedauer: 4 min

Nach sieben Jahren Pause kehrt das Dutch Supercross zurück: Vom 30. Oktober bis zum 1. November steigt die zehnte Ausgabe erstmals in der Expo Hal Assen. Mit Nico Koch, Paul Haberland und Paul Bloy treffen deutsche Fahrer auf starke Konkurrenz aus Frankreich und den USA. Eine Woche vor dem Auftakt des ADAC SX Cups in Stuttgart verspricht das niederländische Comeback eine interessante Standortbestimmung.

Lange mussten die Fans auf diese Jubiläumsausgabe warten. Nach neun Veranstaltungen in der Eurohal in Zuidbroek sollte die zehnte Dutch Supercross ursprünglich 2020 stattfinden. Zunächst verhinderte die Coronapandemie die Fortsetzung, anschließend stand die Halle wegen ihrer Nutzung als Flüchtlingsunterkunft nicht mehr zur Verfügung. Jetzt erhält die Veranstaltung direkt neben dem TT Circuit Assen eine neue Heimat. Auch organisatorisch beginnt ein neues Kapitel. Arnold de Roo und Albert Nieuwenhuijs haben namens Expo Hal Assen B.V. das Ruder übernommen. Die bisherigen Organisatoren Pepijn de Haan und Sake Lemstra unterstützen den Neustart. Erhalten bleibt die bewährte Mischung aus internationalen Rennen, regionalem Motorsport, Nachwuchs und einem geselligen Rahmenprogramm.

Koch und Bloy führen das deutsche Aufgebot mit an

Aus deutscher Sicht lohnt besonders der Blick auf Nico Koch. Der Braunschweiger ist für die SX1 im Team GJV / KdeO / Feestbuske / Frietje on Tour Racing angekündigt. Dort trifft er auf seine französischen Teamkollegen Calvin Fonvieille und Lucas Imbert. Fonvieille tritt nach dem Wechsel von der 250er auf die 450er in der großen Klasse an. Für Koch bietet Assen eine frühe Gelegenheit, sich unter Rennbedingungen mit internationaler Konkurrenz zu messen. In der SX2 setzt dieselbe Mannschaft auf Paul Bloy. Der Biberacher bringt Erfahrungen aus der amerikanischen AMA-Supercross-Serie mit und richtet seinen Blick bereits auf sein Heimrennen in Stuttgart. Dort startet er für S-Tech Racing auf KTM. Assen gibt ihm zuvor die Möglichkeit, Starts, Rennrhythmus und Zweikämpfe im europäischen Hallenformat zu schärfen. Paul Haberland ist ebenfalls für Assen angekündigt. Er fährt für Van der Vegt Motors Kawasaki und bekommt mit dem Amerikaner Preston Boespflug einen namhaften Teamkollegen. Boespflug kennt die deutsche Szene bestens: 2024 wurde er „Prinz von Stuttgart“. Damit bringt die Mannschaft aus dem Niederländischen Oudleusen eine für deutsche Fans besonders interessante Besetzung mit. Weitere deutsche Namen kamen unmittelbar vor dem Wochenende hinzu. Leo Paukovic ist für HFourRacing Team by Umbach in der SX2 gemeldet, Malik Schoch für Bruggen Tweewielers. Beide stehen auch im vorläufigen SX2-Aufgebot für Stuttgart. Gerade für diese Fahrer ist Assen eine wertvolle Gelegenheit, vor dem deutschen Saisonauftakt zusätzliche Rennpraxis zu sammeln.

Starling kehrt als letzter Sieger zurück

Eine besondere Geschichte bringt Justin Starling mit. Der Amerikaner gewann 2019 die letzte Dutch Supercross in Zuidbroek und kehrt nun für Becker Racing zurück. Auf seiner KTM trägt er in Assen die Startnummer 1. Starling ist zudem der einzige Fahrer, der bei den bisherigen neun Ausgaben sowohl den Prinzen- als auch den Königstitel gewinnen konnte. Jetzt möchte er diese Erfolgsgeschichte am neuen Austragungsort fortsetzen.

Becker Racing ist auch in der SX2 vertreten: Der Italiener Andrea Bonifacio und der Schweizer Cyril Elsener gehören zum angekündigten Aufgebot. Beide sind ebenso wie Starling auf den vorläufigen Teilnehmerlisten für Stuttgart zu finden. Zu Starlings stärksten Konkurrenten dürfte Landsmann Ryan Breece zählen. Team Groot / CK-SX Racing hat ihn auf Honda für die SX1 angekündigt. Breece wurde 2019 Dritter der Dutch Supercross und kehrt mit dem Titelgewinn in der nordamerikanischen Arenacross-Serie im Gepäck zurück. Neben ihm fährt der Niederländische MX500-Meister Boris Blanken in der SX1, während Jules Pietre die Mannschaft in der SX2 vertritt.

Starke französische Konkurrenz

Mit Maxime Desprey kommt ein weiterer ehemaliger Zuidbroek-Sieger nach Assen. Der Franzose ist für Bruggen Tweewielers angekündigt und gehört zu den Fahrern, an denen sich die Konkurrenz orientieren dürfte. Zusammen mit Fonvieille und Imbert sorgt er dafür, dass die Amerikaner auf ernsthaften europäischen Widerstand treffen. Weitere französische Fahrer verteilen sich auf mehrere Teams. YSS Racing schickt Adrien Malaval in der SX1 und Hugo Manzato in der SX2 ins Rennen. BBR SX Team hat Brice Maylin und Ludovic Macler für die SX1 sowie Matt Bayliss, Clement Briatte und Killian Vincent für die SX2 angekündigt. VMZ Racing setzt unter anderem auf Adrien Escoffier in der SX1 und Mickaël Lamarque in der SX2. Das internationale Feld wurde zuletzt nochmals ergänzt: Frederic Goul Jensen startet für Goul Motorservice Suzuki in der SX1. RFK Racing bringt Benjamin Gerber für die SX1 und Kevin Tarallo für die SX2 mit. Hinzu kommen unter anderem der Finne Vilho Vehvilainen sowie die SX2-Fahrer Roel van Ham, Wesley Mars und Jules Ammer.

Von Assen direkt nach Stuttgart

Die zeitliche Nähe macht das Wochenende besonders reizvoll. Am 6. und 7. November beginnt in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle die deutsche Hallensaison mit dem ADAC Supercross Stuttgart. Zahlreiche für Assen angekündigte Fahrer stehen auch auf den vorläufigen Stuttgarter Listen. In der SX1 gilt das beispielsweise für Starling, Breece, Desprey, Koch, Fonvieille, Imbert, Escoffier und Maylin. In der SX2 finden sich unter anderem Bloy, Paukovic, Schoch, Boespflug, Manzato, Pietre, Bonifacio, Elsener und Briatte wieder. Dabei wechseln teilweise die Teamnamen und Motorräder; die Besetzungen der beiden Veranstaltungen sind deshalb getrennt zu betrachten. Assen ist damit mehr als ein Wiedersehen mit einer traditionsreichen Veranstaltung. Für viele Teilnehmer bietet es einen unmittelbaren Formtest vor Stuttgart. Wer kommt bereits mit gutem Rennrhythmus aus der Vorbereitung? Wer findet schnell die passende Abstimmung? Erste Antworten liefert das Wochenende in den Niederlanden – bevor eine Woche später die Punktejagd im ADAC SX Cup beginnt.

Anspruchsvoller Kurs und drei Tage Programm

Für die Strecke war der erfahrene belgische Streckenbauer Freddy Verherstraeten verantwortlich. Die veröffentlichte Vorschau zeigt anspruchsvolle Kurven, große Sprünge und eine technische Passage mit Höhenunterschieden bis etwa 70 Zentimeter. Präzision und Rhythmus dürften auf dem eigens angelegten Indoorparcours ebenso wichtig werden wie reine Geschwindigkeit. Am Freitag stehen regionale Wettbewerbe und Demonstrationen der internationalen Fahrer im Mittelpunkt. Samstag und Sonntag folgen die internationalen Rennen. Neben SX1 und SX2 gehören 65- und 85-Kubik-Klassen sowie nationale beziehungsweise regionale Klassen zum Programm.

Jonas Mucha
Jonas Mucha
Fotocredits
  • Paul Haberland
  • Bert van der Sluis
Textcredits
  • Leen van der Sluis / SX Assen

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