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MS MOTORCYCLES GmbH

Alles neu, alles anders?

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Lesedauer: 4 min

Nein, nein, oder doch ein bisschen? 

Die Katze ist aus dem Sack, aus Kiedrowski Racing wird die MS MOTORCYCLES GmbH. Das passt seitens der Botschaft locker auf einen Bierdeckel, jedoch nicht die Story dahinter und wie es dazu kam. Und genau deshalb, weil eine Firmenübergabe so durchgeführt nicht so oft passiert, haben wir uns mit Martin Scheuch, Inhaber und Geschäftsführer von MS MOTORCYCLES zusammen geZoomt und wollen an dieser Stelle so zusagen aufklären, was es mit der Namensänderung auf sich hat.

Für die Stammkunden von Kiedrowski Racing ist es längst bekannt und dennoch ein nicht ganz gewöhnlicher Schritt in der Entwicklung einer Firmengeschichte. Sven Kiedrowski hatte seine Passion zum Beruf gemacht und im Jahr 2002 die Firma gegründet. Seine Geschicke mit den richtigen Teilen, Klamotten, Bikes oder sogar einfach ehrlichen Ratschlägen bei seinen Kunden zu punkten verhalf ihm den Erfolg der Firma Stück für Stück immer weiter auszubauen.

Um in unserem Business erfolgreich zu sein bedarf es aber auch kompetenter Mitarbeiter. Sonst steht man schnell ziemlich alleine da. Die Kerntruppe um Sven hatte sich in den Jahren, wie in vielen Firmen üblich zwar auch geändert, mit dem Bewerber Martin Scheuch kam jedoch ein anderer Typ hinzu. Einer mit dem Potential, Verstand und der feinfühligen Art die Firma mit der Crew weiter zu entwickeln und zu Führen.

Martin, woher kanntet ihr euch und wie kam es zur Einstellung?

„Moin zusammen! Ich habe Sven das erst Mal 2010 beim Nordcup in Hetendorf kennengelernt. Die Tätowierungen, Cap nach hinten gedreht, immer locker drauf und seine, mir gegenüber, hilfsbereite Art haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen. So kam ich dann über Freunde und Bekannte zu Sven ins Team. Wir waren öfter zusammen fahren und hatten einen gewissen Draht.“

„Sven wusste damals, dass ich mich beruflich verändern möchte und überlegte mich 2014 mit einem Motorradladen selbständig zu machen. Ich habe über das Thema relativ lange und offen mit Sven gesprochen. Er hat mir dann angeboten bei ihm anzufangen, da er sich vergrößern möchte und dringend Unterstützung braucht. Zu der Zeit hat Sven oftmals um 5 Uhr angefangen und bis 23 Uhr gearbeitet. Er war nur zum Schlafen und Essen zu Hause und hat zu Uhrzeiten Sport gemacht, an denen die meisten noch oder schon schlafen. So kam es dann dazu, dass ich im März 2015 Teil des Shop-Teams wurde.“

War zum Zeitpunkt der Einstellung bereits klar, dass du die Firma irgendwann übergeben bekommst?

„Für Sven stand damals schon fest, dass er die Firma irgendwann verkaufen möchte. Darüber hat er mit mir vor meiner Einstellung schon gesprochen und mir die Übernahme in Aussicht gestellt, wenn das mit unserer Zusammenarbeit funktioniert. Das Ganze wurde auch immer wieder zum Thema bis wir schließlich 2019 den Endschluss fassten, die Übernahme anzugehen. Das ganze hat knapp ein Jahr gedauert. Am ersten Arbeitstag in 2020 kam mir Sven morgens mit einem Lächeln und dem Spruch ,Moin Chef!’ entgegen.“

Was waren oder sind deine Jobs bis zur „internen“ Übergabe gewesen?

„Ich fang mal ganz von vorn an. Um ehrlich zu sein, war die Anfangszeit sehr hart für mich. Ich kam in einen Betrieb, der am Limit lief. Da blieb nicht viel Zeit, um mich lange einzuarbeiten. Ich bekam die Chance eigentlich jedes kaufmännische Aufgabenfeld machen zu dürfen. Vom Verkauf über den Einkauf, Garantieabwicklung, Versand, Lager und Fahrtechnik-Lehrgänge.“

Da du ja jetzt die Firma unter eigener Flagge weiter führst, was wird sich ändern?

„Diese Frage wurde mir tatsächlich schon oft gestellt und ist bei vielen heiß diskutiert. Leider denken viele Menschen negativ wenn es um Veränderungen geht. Ja, ich werde einiges anders machen als Sven das getan hat oder tun würde. Das bedeutet jedoch nicht, dass einer von uns beiden einen richtigen oder falschen Weg gegangen ist. Ich mache es einfach anders und stehe noch am Anfang meines Weges. Das Jahr 2020 war durch Corona sehr hart. Dennoch konnten das Team und ich das Jahr erfolgreich abschließen.“

„Ich liebe Motocross und bin auch gerne für eine Endurotour oder zum Trial fahren zu haben. Von daher gebe ich im Offroadbereich weiterhin Vollgas! Straßenmotorräder werden in Zukunft auf jeden Fall ein großes Thema bei mir werden. Hier sind wir mit HONDA bereits im ersten Jahr sehr erfolgreich und super aufgestellt. Vielleicht kommt auch noch die ein oder andere große Motorradmarke hinzu.“

Hast du auch neue Ideen, was wird die Zukunft bringen?

„Ideen gibt es einige und zu viel will und kann ich noch nicht verraten! Ein großes Projekt sind meine Eigenmarken DIRT DIVISION und STREET DIVISION. Mir fehlt in der ganzen Motorradszene etwas der lockere Mittelweg zwischen den ernsthaften Rennfahrern und denen, die nicht so richtig etwas mit unserem Sport zu tun haben (Grenzgänger & Co.). Meine Idee ist es ist eine Marke zu schaffen, mit der sich jeder identifizieren kann. Rennfahrer sowohl als auch jeder Hobbyfahrer.“

MS MOTORCYCLES GmbH

„Neu ist auch die Zusammenarbeit mit Toni Hoffmann. Mit ihm habe ich einen super witzigen und schnellen Fahrer für die DIRT DIVISION gewinnen können. Toniwird in der DM-Open und den ADAC MX Masters an den Start gehen. Außerdem warte ich auf den ersten Salonfähigen E-Motor für den Offroadeinsatz. Einige Ansätze gibt es dazu ja schon. Das eröffnet uns ganz neue Möglichkeiten in Sachen Streckenbau, Öffnungszeiten und vor allem Erhalt unserer bestehenden Strecken. Da verzichte ich gerne auf Lärm wenn ich endlich wieder öfter und auf vielen verschiedenen Strecken Motorrad fahren kann!“

„Wie schon angesprochen bin ich ständig bemüht mir neue und frische Marken ins Haus zu holen. Hierzu bin ich bereits mit einigen großen im Gespräch. Seid gespannt!“

Vielen Dank Martin für das Interview!

Wir wünschen dir und deinem Team auch weiterhin viel Erfolg!

Jens Pohl
Jens Pohl
Online-Redakteur
Fotocredits
  • MS MOTORCYCLES GmbH
Textcredits
  • Denis König

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