Sexton mit starkem Speed, aber vielen Fehlern – Marchbanks verpasst das Finale, schwarzer Saisonstart für Kawasaki. Während Prado auf dem Podium stand, bleibt die Frage: Fahrer oder doch Motorrad?
Der Saisonauftakt der Monster Energy AMA Supercross-Serie verlief für Kawasaki alles andere als optimal. Zwar zeigte Chase Sexton in Anaheim eindrucksvoll, dass seine Grundgeschwindigkeit auch auf dem neuen Bike vorhanden ist, doch am Ende überwogen erneut typische „Sexton-Dinge“: Stürze, falsch abbiegen neben die Strecke und verpasste Chancen.
Bereits im Qualifying setzte Sexton ein Ausrufezeichen und fuhr die schnellste Zeit der 450SX-Klasse. Der Speed, den er zuvor auf Honda und KTM gezeigt hatte, war auch auf der Kawasaki KX450SR sofort abrufbar. Im Heat-Race kämpfte er um die Führung, ehe ein Sturz am Absprung der Over/Under-Brücke ihn zurückwarf. Platz fünf war die Folge.
Im Main Event verschärften schlechte Starts die Situation. Sexton kam nahezu am Ende des Feldes aus der ersten Kurve, kurz darauf wurde das Rennen nach der schweren Kollision zwischen Justin Barcia und Malcolm Stewart mit der roten Flagge unterbrochen. Beim kompletten Neustart lag Sexton auf Rang 14 – etwas besser, aber weiterhin mit viel Arbeit vor sich. Er kämpfte sich zwischenzeitlich bis auf Platz sieben nach vorne, doch ein weiterer Umfaller und gleich zwei Ausritte neben die Strecke warfen ihn erneut zurück. Am Ende blieb Rang acht.


„Der Tag begann gut mit der schnellsten Qualifying-Zeit. Ich fühlte mich auf der Strecke sehr wohl und hatte das Gefühl, die Geschwindigkeit zu haben, um vorne mitzukämpfen. Leider hatte ich im Heat-Race und im Main Event ein paar Fehler, die mich gezwungen haben, mich durchs Feld zu arbeiten. Es ist erst die erste Runde und wir haben eine gute Basis, auf der wir aufbauen können. Wir haben noch Arbeit vor uns, aber ich weiß, dass wir uns steigern und nächste Woche bessere Ergebnisse erzielen können“, erklärte Sexton nach dem Rennen.
Noch bitterer verlief der Abend für Garrett Marchbanks. Bei seinem Debüt für Monster Energy Kawasaki verpasste er die Qualifikation für das Main Event. Nach einem Sturz im zweiten Heat kämpfte er sich zwar bis auf Rang zehn vor, verfehlte das Finale jedoch um einen Platz. In der LCQ lag er zwischenzeitlich auf Transferkurs, ehe ihn ein Fehler in den Whoops erneut zu Boden schickte. Wieder Platz zehn – und ein vorzeitiges Ende des Abends.
„Heute war ein harter Tag für mich und nicht so, wie ich es mir erwartet oder gewünscht hätte. Ich fühlte mich im Qualifying gut und hatte in einigen Streckenabschnitten eine gute Geschwindigkeit. Schlechte Starts und Fehler meinerseits haben dazu geführt, dass ich nicht im Mix war. Ich weiß, wozu das Team und ich fähig sind, und wir werden es nächstes Wochenende zeigen. Das wird eine Lernerfahrung für mich und wir werden nach vorne schauen“, sagte Marchbanks.
Unterm Strich steht für Kawasaki ein rabenschwarzer Saisonauftakt. Während Jorge Prado bei seinem Supercross-Debüt direkt auf dem Podium stand, zeigte Sexton zwar beeindruckenden Speed, aber auch altbekannte Schwächen. Das wirft unweigerlich die Frage auf, ob der Unterschied aktuell beim Fahrer liegt – oder ob doch das Motorrad noch nicht ganz dort ist, wo es laut Aussage des Teams angeblich sei.
