Keine Strafen nach falschen Lichtern in Arlington. AMA sieht weder im 250SX- noch im 450SX-Finale einen Regelverstoß. Ist diese Entscheidung fair?
Nach dem Supercross in Arlington wurde noch lange nach Rennende diskutiert – allerdings nicht nur über Siege und Punkte, sondern über blinkende Lichter und geschwenkte Flaggen. In beiden Main-Events prüfte die AMA mögliche Verstöße. Das Ergebnis: keine Strafen.
Im 250SX-Finale kam es kurz vor Schluss zu einer umstrittenen Szene im Zielbereich. Nach einem Zwischenfall war vor dem letzten Doppel eine Warnleuchte aktiviert. Jo Shimoda reagierte vorsichtig, rollte das Hindernis und verlor dadurch Schwung. Pierce Brown sprang dagegen, zog beim Zielsprung vorbei und holte sich wenig später seinen ersten 250SX-Main-Event-Sieg.
Honda-Teammanager Lars Lindstrom machte nach dem Rennen deutlich, wie er die Situation bewertet:
„Geht einfach nach dem Regelbuch. Wir wurden wegen Missachten von Medical Flags definitiv öfter bestraft als jedes andere Team, und ich habe das immer akzeptiert, wenn die Lichter direkt vor der Ziellinie geblinkt haben. Jo hat das Richtige getan und ist gerollt. Jetzt ist es an der Zeit, dass sie zum Regelbuch stehen und die richtige Strafe verhängen – den Verlust der gewonnenen Position und zusätzlich fünf Meisterschaftspunkte.“
Schon zu Beginn seiner Medienrunde sagte er selbstbewusst:
„Wir haben heute Abend beide Klassen gewonnen, falls ihr das noch nicht wisst. Jo hat bei den fälschlich blinkenden Lichtern den Kürzeren gezogen, und dagegen lege ich gerade Protest ein.“
Die AMA kam jedoch zu einem anderen Schluss. Das sogenannte „Lead In“-Warnlicht weist lediglich auf eine mögliche Gefahr hin, verbietet das Springen aber nicht automatisch. Da keine zusätzlichen Signale oder klaren Anweisungen vorlagen, wertete die Rennleitung die Szene als regelkonform.
Auch im 450SX-Finale wurde eine Situation überprüft. Hunter Lawrence rollte den Zielsprung bei einer Medical Flag, während mehrere Verfolger offenbar sprangen. Laut AMA waren im Anlauf jedoch keine zusätzlichen Rotlichter aktiv, zudem hatten einige Fahrer den Absprung bereits eingeleitet. Ein klarer Regelverstoß sei daher nicht festzustellen.
Lindstrom sah auch das anders:
„Das ist eindeutig. Ich verstehe nicht, wie man das infrage stellen kann – sie werden Punkte verlieren. Das hilft uns natürlich. Es geht um fünf Punkte, ich glaube, Hunters Vorsprung würde von vier auf neun Punkte wachsen. Das muss ich noch prüfen, aber für mich steht das nicht zur Diskussion.“
Die offizielle Mitteilung der AMA blieb eindeutig: Beide Vorfälle wurden umfassend geprüft, in keinem Fall wurde ein Verstoß festgestellt. Gleichzeitig kündigte der Verband an, die Abläufe bei Licht- und Flaggensignalen weiter zu überprüfen, um künftig noch mehr Klarheit für Fahrer und Teams zu schaffen.
Sportlich bleibt Arlington damit ohne nachträgliche Konsequenzen – auch wenn die Debatte rund um falsche Lichter und Medical-Flags noch etwas nachhallen dürfte.
