Beim in Arlington, Texas, absolvierten siebten Aufeinandertreffen der Monster Energy AMA Supercross Championship 2026 feierte Jo Shimoda ein bemerkenswertes Comeback. Der 23-jährige Japaner belegte nur knapp drei Monate nach einer schweren Nackenverletzung beim Auftakt der 250SX-Ostküstenmeisterschaft Rang zwei.
Dass Jo Shimoda überhaupt am Start stand, kam für viele überraschend. Der amtierende 250SMX-Champion hatte sich vor knapp drei Monate eine schwere Nackenverletzung zugezogen und har erst zwei Wochen vor Arlington die ärztliche Freigabe für die Rennteilnahme erhalten. Entsprechend vorsichtig gestaltete sich sein Renntag.

Musste sich Shimoda im Zeittraining der Viertelliterklasse noch mit der fünfzehnbesten Rundenzeit begnügen, glänzte der amtierende 250SMX-Champion in seinem Vorlauf. In diesem sicherte er sich beim Start der Holeshot. Zwar wurde das Rennen aufgrund gestürzter Fahrer noch im Verlauf des ersten Umlauf angebrochen, jedoch überquerte Shimoda auch beim Restart wieder als Führender die Holeshotlinie. Nachdem er noch in der Startrunde Seth Hammaker (Kawasaki) ziehen lassen musste, behauptete der Mann mit der Startnummer #30 den zweiten Rang bis ins Ziel.
Holeshot im Finale und Führung in der Anfangsphase
Im Hauptrennen erwischte Jo Shimoda auf seiner CRF250RWE einen perfekten Start und sicherte sich einmal mehr den Holeshot. In der Anfangsphase führte er das Feld souverän an. Nach etwa einem Drittel der Distanz kam es jedoch zu einer entscheidenden Szene: Aufgrund blinkender roter Lichter – ausgelöst durch eine Red-Cross-Situation – rollte Shimoda einen Double sowie den anschließenden Zielsprung. Verfolger Pierce Brown (Yamaha) sprang hingegen und übernahm die Führung.

Trotz intensiven Drucks bis ins Ziel gelang es Shimoda anschließend nicht, die Spitzenposition zurückzuerobern. So musste er sich letztlich mit gut zweieinhalb Sekunden Abstand zu Brown mit dem zweiten Platz begnügen.
Überraschendes Auftreten nach Verletzung
„Mein Abend war gut. Ich wollte an meine Leistung vom letzten Jahr anknüpfen, daher bin ich einfach froh, hier zu sein“, erklärte Jo Shimoda nach dem Rennen. „Ich werde dafür bezahlt, Rennen zu fahren und gute Leistungen zu bringen. Aber gleichzeitig ist eine Nackenverletzung eine ziemlich heikle Angelegenheit. Vor zwei Wochen habe ich von den Ärzten die Freigabe bekommen, wieder zu fahren, aber man weiß ja nie, wie es läuft, bevor man auf dem Motorrad sitzt. Ich fühle mich wohl und stark genug und habe mich gut auf mein Comeback vorbereitet. Ich war den ganzen Tag ziemlich eingerostet, aber am Ende war es ein guter Abend.“

Mit Blick auf die entscheidende Szene im Finale sagte er: „Ich habe ein rotes Licht auf dem Double gesehen, also musste ich langsamer werden und den Sprung rollen. Wenn das rote Licht für die anderen Fahrer noch an war, fände ich es fair, dass mir die Punkte gegeben werden. Drei Punkte können am Ende des Jahres wichtig sein. Was das Tempo und die Endplatzierung angeht, habe ich besser abgeschnitten als erwartet. Das ist ein wirklich guter Start in die Saison, aber wir müssen noch viel arbeiten.“
Team zwischen Stolz und Frust
Teammanager Lars Lindstrom lobte die Leistung seines Fahrers ausdrücklich, äußerte jedoch deutliche Kritik an der Entscheidung der Offiziellen. „Das war ein enormer Motivationsschub für das Team, aber trotz des fantastischen Ergebnisses war es wieder einmal ein bittersüßer Abend“, so Lindstrom. „Jo sollte eigentlich gar nicht hier sein, und dass er dieses Ergebnis erzielt hat, ist einfach unglaublich. Vor dem Rennen habe ich ihm gesagt: ‚Nimm einfach, was der Abend dir bringt, aber vergiss nicht, dass du ein Freak bist!‘“
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