Am 05 und /06. Juli findet in diesem Jahr die alljährliche FIM Junior World Championship in Jinin (CZE) statt, bei der in den Klassen 65ccm, 85ccm und 125ccm ein neuer Weltmeister gekürt wird.
Für das Event kommen die besten Talente aller Kontinente zu einem finalen Rennwochenende zusammen, bei dem es nicht nur um den Einzelerfolg, sondern auch um das beste Teamgefüge geht. Mit dabei ist natürlich auch wieder das deutsche Team des DMSB unter Leitung von Christian Brockel. Wer für Deutschland an den Start gehen wird und wie die Chancen auf ein gutes Resultat stehen, erfahrt ihr hier!
Nachdem man im letzten Jahr im französischen Romagné einen historischen achten Gesamtrang in diesem bärenstarken Fahrerfeld einfahren konnte, hofft man nun 2026 auf ein weiteres Ergebnis innerhalb der Top 10 und eventuell sogar auf eine Steigerung zum Vorjahr. Für diese Aufgabe schickt Brockel insgesamt neun nominierte Fahrer ins Rennen, aufgeteilt auf die drei startenden Klassen. Bei der Junioren-Weltmeisterschaft treten diese jeweils in zwei Wertungsläufen gegeneinander an, bevor am Ende die Ergebnisse zusammengezählt werden. Das Event ist nicht ohne Grund das größte Aufeinandertreffen der Motocross-Talentlandschaft und gibt immer wieder einen frühen Einblick auf die Weltmeister von morgen.
65ccm:

Bei den jüngsten Piloten werden Matteo Bauten, Bruno Lenarz und Eddi Haustein das deutsche Aufgebot vertreten. Bauten durfte im letzten Jahr bereits erste WM-Luft schnuppern, verpasste damals allerdings die Qualifikation. Für Lenarz und Haustein auf der anderen Seite wird Jinin das Debüt auf der größten internationalen Bühne sein. Obgleich die Aufgabe definitiv nicht leicht werden dürfte, sind alle drei Fahrer durch ihre aktuellen Leistungen – gerade in der Deutschen Meisterschaft – bestens gerüstet, um hoffentlich ein starkes Ergebnis abliefern zu können.
85ccm:

Die 85er-Jungs werden angeführt von Aushängeschild Luca Nierychlo. Der frischgebackene Dutch-Masters-Champion hat wohl unter allen deutschen Piloten die besten Chancen auf ein gutes Einzelergebnis und könnte dabei auch eine wichtige Rolle spielen, den Druck von den anderen beiden Kandidaten etwas zu nehmen. Mit Maximilian Neumann und Nick de Jong entschied sich Christian Brockel für zwei Fahrer mit enorm viel Potenzial, allerdings auch des Öfteren etwas zu hoher Fehleranfälligkeit. In Sachen Speed zeigten beide bereits, was in ihnen steckt, doch nicht allzu selten resultierte dieser Speed auch in zu gewagten Entscheidungen und in der Folge Stürzen.
Gerade auf Hartboden wurde Neumann allerdings Ende des letzten Jahres immer konstanter und auch Nick de Jong überzeugte zuletzt mit herausstechenden Einzelergebnissen. Mit Nierychlos Ergebnis als hoffentlichem Safe-Bet sollen die beiden Young Guns dahinter nun frei auffahren können und eventuell für eine Überraschung sorgen.
Nicht mit dabei sind unter anderem DMX-Leader Tom Sönke Hänel und Jamiro Peters.Beide wären anhand ihrer Ergebnisse und ihrer aktuellen Form wahrscheinlich die erste Wahl von Brockel gewesen, dürfen aufgrund der Altersgrenze allerdings nicht mehr bei der Junioren-Weltmeisterschaft an den Start gehen. Gleiches gilt für Felix Siegl, der auf der anderen Seite allerdings in diesem Jahr noch zu jung ist, um an den Start gehen zu können.
125ccm:

Zu guter Letzt wäre da noch die Königsklasse der 125er. Die älteste Kategorie an diesem Wochenende ist gleichzeitig auch die wohl bestbesetzte. Mit fast dem kompletten Fahrerfeld der EMX125 am Start, kombiniert mit den überkontinentalen Fahrern aus den USA, Kanada, Südamerika und Australien, ist ein gutes Ergebnis hier wahres Gold wert. Dieser Mammutaufgabe stellen sich für das deutsche Team drei Fahrer, die auch im letzten Jahr bereits mit von der Partie waren: Max Meyer, Finn Lange und Tim Schröter werden erneut den DMSB vertreten und für ein bestmögliches Resultat sorgen.
Im letzten Jahr blieben leider sowohl Lange als auch Schröter hinter ihren Erwartungen zurück. Lange kam den gesamten Samstag nicht wirklich in Fahrt und verpasste ebenso die Qualifikation wie Schröter, dem auf so einer großen Bühne wohl noch die Erfahrung fehlte. Beide reisen in diesem Jahr allerdings mit mehr Erfahrung und jeweils bestechender Form zum Großereignis an, sodass man auch hier auf mehr hoffen darf.

Max Meyer fuhr im vergangenen Jahr als einziger qualifizierter 125ccm-Fahrer für Deutschland ein immens wichtiges Ergebnis für das Teamresultat ein und dürfte gerade auf der Hartbodenstrecke in Jinin auch in diesem Jahr wieder als Speerspitze der drei Talente fungieren. Dennoch muss man leider ein kleines Sternchen hinter diese Aussage setzen: Verletzungspech, körperliche Schwierigkeiten und eine schwankende Form ließen Meyer bislang 2026 noch nicht das abrufen, wozu er eigentlich imstande ist. Mit knapp einem Monat bis zum Tag X bleibt allerdings auch noch etwas Zeit, um zur alten Formstärke zurückzufinden.
Zusätzlich zu den deutschen Fahrern sind bei dem Event natürlich auch wieder alle großen Talente der Szene vertreten. Aus deutschsprachiger Sicht werden voraussichtlich auch Riccardo Bauer und Moritz Ernecker aus Österreich sowie Emil Ziemer aus der Schweiz und viele weitere bekannte Piloten aus den ADAC MX Masters oder der EMX an den Start gehen. Nach dem Anreisetag am Freitag finden am Samstag die Qualifikationsläufe statt, bevor es am Sonntag in den beiden Wertungsläufen final um den Weltmeisterschaftstitel geht.
Das Event könnt ihr live auf mxgp-tv.com verfolgen, wir werden für euch ebenfalls vor Ort sein und euch mit Informationen, Ergebnissen und Eindrücken auf den Social Media Kanälen versorgen.
