Pierce Brown gewinnt in Arlington sein emotionales Comeback-Rennen. Ein Jahr nach schwerer Rückenverletzung meldet er sich mit einem Sieg in der 250SX East zurück.
Der Stopp der Monster Energy AMA Supercross in Arlington wurde zur Bühne für eine der bewegendsten Geschichten der Saison. Pierce Brown feierte nach über einem Jahr voller Rückschläge nicht nur sein Comeback – sondern gleich seinen ersten Supercross-Sieg.
Vor rund einem Jahr hatte Brown beim 250SX-East-Auftakt in Tampa bereits geführt, ehe ein schwerer Sturz in den Whoops seine Saison abrupt beendete. Die Diagnose: Bruch des fünften Brustwirbels. Ein späterer Versuch, in der Outdoor-Serie zurückzukehren, endete beim Ironman National erneut mit einem heftigen Crash. Danach begann ein langer Reha-Prozess – körperlich wie mental.
In Arlington zeigte Brown nun, wie weit er gekommen ist. Nach einem starken Start blieb er geduldig, arbeitete sich kontrolliert nach vorne und übernahm im Main Event in Runde sechs die Führung. Auch unter Druck von Jo Shimoda behielt er die Nerven und brachte den Sieg sicher ins Ziel.


„Nein, es ist noch nicht wirklich angekommen“, sagte Brown über seinen Triumph. „Aber ich habe mich in der Off-Season richtig gut gefühlt. Ich konnte mit Cole [Davies], Nate [Thrasher] und sogar Caden [Dudney] trainieren. Das Tempo, das wir auf der Teststrecke gefahren sind, war Sieg-Pace. Deshalb wusste ich, dass wir die Geschwindigkeit haben – ich musste es nur umsetzen. Und wie ich euch gesagt habe: Wenn ein Sieg da ist, dann nehme ich ihn mit. Wenn nicht, denke ich an das große Ganze. Ich will die Punkte maximieren, das ist auch weiterhin mein Ziel. In den nächsten Rennen müssen wir ein paar Dinge sortieren, denn mein Main Event war definitiv nicht auf meinem Standard. Wir werden das aufräumen und weiter besser werden.“
Ganz reibungslos verlief der Tag dennoch nicht. Zwar setzte Brown im Qualifying die Bestzeit, doch im zweiten Zeittraining und in den Vorläufen hatte er vor allem in den Whoops Probleme – ausgerechnet in dem Streckenabschnitt, der ihm einst die schwere Verletzung einbrachte.
„Es war ein Lerntag für mich“, erklärte er. „Ich bin ein ganzes Jahr kein Supercross gefahren, da hat es etwas gedauert, die Nervosität abzulegen. Das erste Qualifying lief gut, aber in Q2 hatte ich Schwierigkeiten in den Whoops. Ich bekam keine freie Strecke und musste kämpfen, am Ende wurde ich Sechster. Im Heat hatte ich einen schlechten Start, beim Restart wieder keinen guten Start. Deshalb wollte ich im Rennen erst einmal sicher durch die ersten Runden kommen. Überall war Chaos. Ich wollte meine Überholmanöver sauber setzen und Punkte sammeln. Die Whoops waren den ganzen Abend der Schlüssel. Als ich sie im Main im Griff hatte, konnte ich den Rest der Strecke zusammenfügen.“
Dass er ausgerechnet in den Whoops schließlich die entscheidenden Meter gutmachte, unterstreicht seine mentale Stärke. Der Sieg bringt ihm früh in der Saison die Tabellenführung – doch Brown bleibt realistisch.
„Es ist das erste von zehn Rennen, wir haben noch einen langen Weg vor uns“, betonte er. „Das Red Plate ist im Moment schön, aber es stehen noch neun Rennen an. Ich will weiter aufbauen. Alle anderen werden ebenfalls stärker werden, deshalb freue ich mich auf den Rest des Jahres.“
Arlington war mehr als nur ein Rennsieg. Es war der Beweis, dass Pierce Brown endgültig zurück ist.
