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Ken Roczen und sein erstaunlicher Weg zurück in den Titelkampf

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Lesedauer: 3 min

Ken Roczen dreht 2026 richtig auf und ist plötzlich wieder voll im Titelrennen drin. Während die Konkurrenz zuletzt geschwächelt hat, ist er genau zur richtigen Zeit heiß gelaufen.

In der zweiten Saisonhälfte der Monster Energy AMA Supercross Championship zeigt Roczen eine Form, die man so lange nicht gesehen hat. Während Eli Tomac und Hunter Lawrence zuletzt Probleme hatten, liefert Ken konstant ab.

In Indianapolis deutete sich das schon an: Sieg in einem Triple-Crown-Rennen, auch wenn ihn ein Sturz später den Gesamtsieg gekostet hat. In Birmingham kam er nach einem schwachen Start bis auf Platz zwei nach vorne und setzte nebenbei noch die schnellste Runde. Und in Detroit und St. Louis? Da hat er früh die Führung übernommen und die Rennen souverän kontrolliert.

Ein großer Schlüssel ist für ihn die Konstanz mit seinem Bike: „Wir reden oft darüber, dass ich mit meinem Motorrad zufrieden bin – und das stimmt. Ich ändere nichts daran. Dadurch bin ich es auf ganz unterschiedlichen Strecken und Böden gefahren. Am Ende ist es einfach Vertrauen. Wenn sich die Strecke verändert, passe ich mich daran an – nicht am Motorrad.“

Auch mental wirkt er so stabil wie lange nicht: „Ich bin einfach dankbar, in dieser Situation zu sein. So spät in einer Supercross-Meisterschaft war ich noch nie in dieser Position – deshalb genieße ich gerade jede Minute.“

Nach Birmingham lag Roczen noch 31 Punkte zurück, inzwischen sind es nur noch fünf. Lawrence und Tomac führen punktgleich – und plötzlich ist aus einem Zweikampf ein offener Dreikampf geworden.

Ganz ausblenden kann er die Situation natürlich nicht: „Klar, es ist schwer, die Punkte komplett zu ignorieren, wenn du den Rückstand verkürzt. Larry [Brooks] sagt mir immer: ‚Schau gar nicht auf die Punkte, fahr einfach Rennen‘ – und genau das versuche ich. Aber es ist nicht einfach. Ich bin einfach dankbar, in dieser Position zu sein und genieße das alles gerade. Egal, was passiert – ich bin derjenige, der auf der Strecke steht. Und selbst wenn es nicht aufgeht, war es bisher eine richtig coole Reise.“

Dass er überhaupt wieder hier steht, ist alles andere als selbstverständlich. Nach seinen schweren Armverletzungen 2017 und 2018 war lange unklar, ob er jemals wieder ganz vorne angreifen kann. Der Weg zurück hat Zeit gekostet – und war alles andere als leicht. St. Louis ist für ihn zwar ein besonderer Ort wegen seines ersten Siegs nach den Verletzungen, aber für den aktuellen Erfolg spielt das für ihn keine Rolle.

„Ich glaube nicht, dass es an der Strecke liegt. Ich bin einfach gerade voll im Fokus – egal, wo ich fahre.“

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Und weiter: „Nach meiner Armverletzung habe ich hier meinen ersten Sieg gefeiert. Aber die Strecke war diesmal komplett anders als letztes Jahr – viel weicher. Es hat sich fast wie ein neues Stadion angefühlt. Trotzdem: Es liegt nicht an der Strecke. Ich bin einfach gerade voll drin.“

Dass er nochmal um den Titel fährt, hätte er selbst lange nicht erwartet: „Ganz ehrlich, irgendwann dachte ich, dass ich nie wieder in diese Situation komme. Nach den Verletzungen habe ich mich körperlich und mental nicht mehr gleich gefühlt. Es gab ein paar harte Jahre. Und wenn du einmal ganz unten bist, ist es schwer, da wieder rauszukommen. Deshalb hätte ich nicht gedacht, dass ich nochmal hier stehe. Aber ein Teil von mir hat immer daran geglaubt – und jetzt sind wir hier. Das ist auch für mich neu, deshalb genieße ich es umso mehr. Mein Team und ich haben viel Arbeit reingesteckt, und ich bin einfach dankbar für diese Chance.“

Ob es am Ende für den Titel reicht, bleibt offen. Aber die Einstellung passt – und genau das könnte in den letzten Rennen den Unterschied machen. Für Roczen ist klar: „Selbst wenn es schiefgeht … ich habe nichts zu verlieren.“

Für die Fans bedeutet das vor allem eins: maximaler Spannung im Titelkampf – und ein Comeback, das man so schnell nicht vergisst.

Kai Schulte-Lippern
Kai Schulte-Lippern
Fotocredits
  • Garth Milan/Red Bull Content Pool
  • Align Media
  • Chase Lennemann
Textcredits
  • Kai Schulte-Lippern

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