Jo Shimoda mit klarem Comeback-Ziel: Nach der komplizierten Schlüsselbeinverletzung richtet Honda den Blick auf die SMX-Playoffs. Eine Rückkehr zum Ende der Motocross-Saison bleibt zwar möglich, hat aktuell aber keine Priorität.
Nach der bereits bestätigten Schlüsselbeinverletzung von Jo Shimoda hat Honda-HRC-Progressive-Teammanager Lars Lindstrom weitere Details zur ungewöhnlichen Diagnose und zum weiteren Vorgehen bekannt gegeben. Das Team richtet den Fokus nun klar auf eine Rückkehr zu den Monster Energy SuperMotocross World Championship Playoffs.
Wie Lindstrom erklärt, sorgte die bereits nach einer früheren Verletzung eingesetzte Metallplatte im Schlüsselbein dafür, dass der neue Bruch zunächst kaum zu erkennen war. Mehrere Röntgenaufnahmen und sogar eine CT-Untersuchung lieferten unterschiedliche Ergebnisse, weshalb zwischenzeitlich Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr bestand.
„Es war wahrscheinlich die ungewöhnlichste Verletzung, die ich je erlebt habe“, erklärte Lindstrom. Die Ärzte an der Strecke vermuteten zunächst einen Schlüsselbeinbruch, doch eine spätere CT-Untersuchung kam überraschend zu dem Ergebnis, dass der Knochen nicht gebrochen sei. Entsprechend groß war die Hoffnung im Honda-Lager. „Wir dachten: ‚Wow, vielleicht kann er schon bald wieder fahren.’“
Shimoda zog daraufhin sogar noch einmal seine Ausrüstung an und absolvierte einen kurzen Test auf dem Motorrad. Zwar konnte er fahren, doch spätestens bei den Sprüngen wurde klar, dass etwas nicht stimmte. „Er sagte: ‚Irgendetwas stimmt nicht. So kann das nicht sein.’“

Erst ein weiterer Spezialist entdeckte schließlich den Bruch unterhalb der bereits eingesetzten Platte. Laut Lindstrom war genau das das eigentliche Problem: „Der Knochen war nicht komplett getrennt, sondern unter der Platte gebrochen.“ Da sich dort bereits eine Platte mit sechs Schrauben befand, wäre eine erneute Operation äußerst kompliziert gewesen. Um den Bruch zu versorgen, hätte zunächst die gesamte Platte entfernt werden müssen. Die dadurch entstehenden Schraubenlöcher hätten den Knochen jedoch stark geschwächt, sodass eine sofortige neue Stabilisierung nicht möglich gewesen wäre.
Deshalb entschieden sich Ärzte, Fahrer und Team gemeinsam gegen einen Eingriff und für eine konservative Heilungspause von vier bis sechs Wochen. „Es blieb letztlich keine andere Möglichkeit, als vier bis sechs Wochen zu warten“, so Lindstrom. „Das war natürlich enttäuschend, weil wir zwischenzeitlich wirklich geglaubt hatten, dass Jo schnell zurückkommen könnte.“
Für Honda steht inzwischen fest, dass kein unnötiges Risiko eingegangen wird. Zwar schließt Lindstrom einen Start bei den letzten Läufen der AMA Pro Motocross Championship nicht vollständig aus, oberste Priorität hat jedoch die Rückkehr zur SuperMotocross-Serie.
„SMX ist das Ziel. Wir werden sehen, ob wir uns rechtzeitig so weit erholen, dass vielleicht die letzten Motocross-Rennen noch möglich sind. Im Moment liegt der Fokus aber auf SMX.“
