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Brian Hsu startet mit JHL Moto im MXGP

Made in China im MXGP

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Lesedauer: 3 min

Beim MXGP von China in Shanghai gibt der chinesische Hersteller JHL an diesem Wochenende sein WM-Debüt. Erstmals steht damit ein in China gebautes Motorrad hinter dem Startgatter der Motocross-Weltmeisterschaft. Am Gasgriff sitzt der Deutsche Brian Hsu, der die Sprache seiner neuen Mannschaft fließend spricht.

Beim Oriental Beauty Valley MXGP von China rollt am Wochenende zum ersten Mal ein chinesischer Hersteller in die Motocross-Weltmeisterschaft. JHL Factory Racing gibt sein WM-Debüt. Mit dem Deutschen Brian Hsu haben die Chinesen einen Fahrer verpflichtet, der auf und neben der Strecke zum Aushängeschild des Projekts wird.

Ein historisches Debüt in Shanghai

Noch nie stand ein in China gebautes Motorrad hinter einem MXGP-Gatter. „Es ist das allererste Mal in der Geschichte, dass JHL Factory Racing, ein chinesischer Hersteller, bei einem MXGP an den Start geht“, sagt Hsu im Interview mit Lisa Leyland, das über den offiziellen MXGP-Instagram-Kanal geteilt wurde. Für die Marke ist es der erste Test auf höchstem internationalen Niveau. Dabei handelt es sich um einen einmaligen Wildcard-Einsatz beim Heim-Grand-Prix am Shanghai International Off-Road Circuit. Ob und wie es für JHL in der Weltmeisterschaft weitergeht, steht aktuell noch nicht fest. Es ist zugleich der vorletzte Lauf der WM-Saison 2026.

Der richtige Mann auf dem Bike

Der 28-jährige Hsu wurde in Deutschland geboren, hat taiwanische Wurzeln und lebt heute in Italien. Als Kind fuhr er in Taiwan erstmalig Motorrad. „Ich habe als Kind in Taiwan mit dem Fahren angefangen. Seitdem wollten wir immer nach China kommen um dort Rennen zu fahren, hatten aber nie die Gelegenheit“, sagt er. Erst im vergangenen Jahr fuhr er bei einem nationalen Rennen in Chongqing. Für das chinesische Publikum war es das erste Mal, dass man seinen Namen sah und hörte, dass dieser Fahrer ihre Sprache spricht.

Genau darin liegt sein Wert für das Team. „Ich spreche ihre Sprache. Dadurch ist es einfacher, das Motorrad weiterzuentwickeln und mit den Mechanikern und Ingenieuren zu sprechen“, sagt Hsu, der den Teamchef persönlich kennt. Als asiatischer Fahrer ist er für JHL das ideale Gesicht der Premiere.

350 statt 450: ein Handicap mit Ansage

Hsu startet in der MXGP-Klasse, sitzt aber nicht auf einer 450er, sondern auf der JHL LX350R, also einer 350er. „In China gibt es keine 450er“, erklärt er. Im Vorjahr fuhr man dort noch 250er. Für die MXGP-Klasse baute JHL eigens eine 350, weil ein Start in der MX2 für Hsu nicht möglich ist. „An der Power müssen wir arbeiten, aber wir haben Raum, uns zu verbessern.“

Die Zielsetzung fällt entsprechend nüchtern aus. Auf die Frage nach dem gewünschten Ergebnis antwortet Hsu: „Das Rennen zu beenden.“ Es geht darum, das Motorrad zu präsentieren, Daten zu sammeln und aus dem Feedback des Fahrers zu lernen. Der harte, zerfurchte Boden einer MXGP-Strecke unterscheidet sich deutlich von den kleineren Kursen, die in China üblich sind. „Das hier ist echtes Motocross-Racing, mit den Bodenwellen und dem schweren Untergrund“, sagt Hsu.

Made in China: die neue Marktmacht?

Das JHL-Debüt steht für eine größere Entwicklung. In immer mehr Branchen drängen chinesische Hersteller auf den Markt. Aus reinen Teilezulieferern großer Marken werden eigenständige Anbieter. Rennräder, Autos und nun auch Motocross-Bikes kommen auf den Weltmarkt und überzeugen mit einem Kampfpreis bei guter Qualität. „Made in China“ steht längst nicht mehr für Minderwertigkeit.

Hsu sieht das aus nächster Nähe. „China treibt die Technologie enorm voran, selbst bei den Autos. Es ist beeindruckend, welch gute Qualität sie zu einem so niedrigen Preis bieten, und genau das versuchen auch wir zu erreichen.“ Während JHL in Shanghai nur zu einem einmaligen Wildcard-Start antritt und die Zukunft offen ist, planen mit Kove und ZXMoto ab 2027 zwei weitere chinesische Hersteller einen richtigen Einstieg in die Weltmeisterschaft. Beide wollen die volle MXGP-Saison bestreiten.

Fazit

Für ein Spitzenergebnis wird es an diesem Wochenende in Shanghai wohl nicht reichen, darum geht es aber auch nicht. JHL und Brian Hsu setzen mit ihrem Auftritt ein Zeichen. Erstmals ist ein chinesisches Motorrad in der Motocross-WM dabei, gefahren von einem Mann, der Europa und Asien verbindet. Der erste historische Schritt ist getan, ausgerechnet vor heimischem Publikum.

Jonas Mucha
Jonas Mucha
Fotocredits
  • JHL Official
Textcredits
  • Jonas Mucha

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