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Interview Jeffrey Herlings

Ich bin mein härtester Rivale…

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Lesedauer: 3 min

Dass Jeffrey Herlings, amtierender MX2-Weltmeister und unbestritten bester Sandfahrer im MXGP-Zirkus, derzeit nahezu unschlagbar scheint ist keine Überraschung. Sein Auftauchen auf der vom ADAC und KTM veranstalteten Pressekonferenz in München zur Vorstellung der neuen MX-Academy dagegen schon, denn allzu oft sieht man den schnellen Holländer aus Termingründen natürlich nicht mehr bei uns. Wir nutzten die Gelegenheit zu einem kurzen Talk zwischen Fototermin und Lachsschnittchen, um Jeffrey ein paar Fragen zu stellen.

Hi Jeffrey, es geht nach Valkenswaard, bist du aufgeregt vor deinem Heim-GP?

Nun, Valkenswaard ist Valkenswaard. Ich hab jetzt dreimal hintereinander dort gewonnen und in Lierop auch. Ich glaube, ich habe noch keinen Home Grand Prix verloren. Also geht es nur darum, Gas zu geben und den Sieg zu holen. Um etwas Spezielles zu machen, ist es leider noch zu früh in der Saison, das heben wir uns für den letzten GP in Lierop auf.

Wie war es beim MXGP im sonnigen Thailand?

Also während der Rennen war es einigermaßen zu ertragen, aber es gab Momente, da war ich von der Bullenhitze von mehr als 35°C so fertig, das war schon ein Härtetest. Aber ich bin gut gefahren, hab meine Klasse gewonnen, also war es für mich ok in Thailand. An einen Abstecher an den Strand oder an Sightseeing war gar nicht zu denken, ich flog erst am Freitagmorgen in Thailand ein und Sonntagnacht ging es schon wieder zurück. Es ist bestimmt ein schönes Land, aber ich war ja zum Arbeiten dort. Ich war auch wohl der Einzige, der zwischen Katar und Thailand nach Hause geflogen ist, die anderen Jungs haben in der Sonne gelegen. Aber ich wollte unbedingt daheim trainieren, dafür war dann der Jetlag furchtbar.

Was hältst du von dem neuen Superfinale MX1 vs. MX2?

Ich würde nicht sagen, dass das eine gute Idee mit dem Superfinale ist. Ehrlich gesagt, mag ich es nicht, aber es ist für jeden das Gleiche, also kann ich nicht sagen, sie sollen es wieder lassen. Es gibt auch Fahrer, die das gut finden, aber die Meisten sind dagegen. Aber steht nun mal im Reglement und das müssen wir befolgen. Ich möchte lieber MX2 und MX1 separat behalten, wie es immer war.

In der WM sieht es derzeit so aus, als hättest du den MX2-Titel bereits sicher?

Ja, aber das sieht eben nur so aus! Wenn ich es zu leicht nehme und nur herumcruise, ist der nächste Sturz vorprogrammiert. Ich bin gerade wieder gestürzt und habe mich am Handgelenk verletzt. Daran siehst du, ein kleiner Crash genügt und die Saison ist gelaufen.

Stichwort Verletzungen, bist du 100% fit?

Nein, ich hab lauter Verletzungen. Ich hab mir erst in Lommel den Rücken und das Knie angeschlagen, in Katar war mein Kopf dran und gestern [Anm. der Red.: Beim Auftakt der Open Nederlands Kampioenschap in Halle] hatte ich schon wieder einen hässlichen Crash. Diesmal wieder die Hand. Also du siehst, ich bin mein härtester Rivale, hahaha!

Trotzdem, sind die MXGP für dich sportlich nicht etwas langweilig und bist du nicht manchmal etwas neidisch auf Ken und Marvin, die sich in Amerika mit Tomac, Wilson & Co. batteln?

Okay, Ken und Marvin wollten unbedingt in die Staaten und ich denke vor allem Ken ist der Typ, dem der Lifestyle dort gefällt. Die Freiheit, das weite Land, immer Sonne, dicke Pickups und er ist vor allem sauschnell, er gewinnt. Für mich ist das nix, ich gehe den Tony Cairoli-Weg, bleibe in Europa und will so viele Titel wie möglich holen. Ob das immer auf KTM ist, werden wir in der Zukunft sehen. Das ist mein fünftes Jahr mit KTM und ich bin im Moment superhappy mit dem Team. Mein Vertrag läuft noch ein Jahr und derzeit sehe ich keinen Bedarf zu wechseln.

Und die alten GP-Schlachten gegen Ken und Marvin vor 2 Jahren, vermisst du die nicht?

Na klar, letztes Jahr konnte ich mich ja wenigstens noch mit Searle batteln. Im Moment ist echt nicht viel Konkurrenz in der MX2-Klasse da, aber das ist nicht meine Schuld. Am Wochenende bin ich bei der Holland-Meisterschaft gestartet, da waren auch schnelle Jungs aus der WM da, aber die waren leider nicht schnell genug.

Okay Jeffrey, wielen Dank, dass du dir die Zeit für uns genommen hast. Wir wünschen dir viel Erfolg für die Herausforderung in Valkenswaard.

Jens Pohl
Jens Pohl
Online-Redakteur
Fotocredits
    Textcredits
    • Frank Quatember