Zoff um Strafen in Nashville: Hammaker verliert wichtige Punkte, Ferrandis kommt glimpflicher davon. Zwei Szenen, zwei Urteile – und viele offene Fragen nach Runde 13.
Nach Runde 13 der Monster Energy AMA Supercross Championship in Nashville reden viele Fans nicht über Sieger oder Podium, sondern über die Entscheidungen der Rennleitung. Vor allem die Fälle von Seth Hammaker und Dylan Ferrandis sorgen für Diskussionen.
Im 250SX-Finale stürzte Hammaker heftig, nachdem er in einer Rhythm-Section mit dem Fuß hängen blieb und anschließend im Kurvenrand landete. Beim Wiederauffahren kam er zwischen dem letzten Tough Block und der Kurveneinfahrt zurück auf die Strecke. Die Rennleitung wertete die Szene als Vorteil mit Positionsgewinn abseits des Kurses. Die Folge: zwei Plätze Strafe. Hammaker fiel dadurch von Rang drei auf Platz fünf zurück.
Noch auffälliger war der Fehler von Ferrandis im 450SX-Hauptrennen. Der Franzose kam im Sandabschnitt von der Strecke ab, flog über den Anlieger und ließ danach gleich zwei komplette Geraden aus, bevor er wieder auf den Kurs zurückkehrte. Trotzdem bekam er lediglich eine Ein-Platz-Strafe und wurde von Rang fünf auf sechs gewertet.

Genau dieser Unterschied sorgt nun für Unverständnis. Viele Fans fragen sich, warum Hammaker für ein kleiner wirkendes Vergehen härter bestraft wurde als Ferrandis nach einem deutlich längeren Abkürzen.
Laut offiziellem Penalty Report liegt der Unterschied in der Bewertung des Vorteils. Bei Hammaker sah die Rennleitung zusätzlich einen direkten Positionsgewinn. Bei Ferrandis wurde nur ein allgemeiner Vorteil festgestellt – ohne gewonnenen Platz.
Für Hammaker ist die Entscheidung besonders bitter, denn im Titelkampf kann jeder Punkt entscheidend sein. Zwei verlorene Positionen können am Saisonende den Unterschied machen. Ferrandis kam trotz seines Ausritts deutlich besser davon.
Neben diesen beiden Fällen gab es in Nashville weitere Strafen, unter anderem wegen Sprüngen unter Rotkreuz-Flaggen beziehungsweise Warnlichtern. Das zeigt, wie genau der Renntag nach dem Rennen überprüft wurde.
Trotzdem bleibt eine Frage offen: Warum wurden zwei ähnliche Situationen so unterschiedlich bewertet? Die Diskussion dürfte bis zur nächsten Runde weitergehen.
