Für das MXoN Team Germany ist das 79. Monster Energy FIM Motocross of Nations im französischen Ernée mit Rang 16 in der Nationenwertung zu Ende gegangen.
Nachdem sich Noah Ludwig im zweiten Lauf des Tages bei einem Sturz in der Startrunde eine Daumenverletzung zugezogen hatte, ruhte die Teamwertung auf den Schultern von Tom Koch und Valentin Kees. Den Sieg beim prestigeträchtigsten MX-Rennen des Jahres sicherte sich Belgien vor Spanien und den Niederlanden.
Rennen 1 (MXGP + MX2): Schwieriger Auftakt
Im ersten Lauf des Tages, in dem die MXGP- und die MX2-Klasse gemeinsam an den Start gingen, stellte sich Koch ganz nach außen ans Startgatter und kam dort gut weg, wurde in der ersten Kurve jedoch nach außen abgedrängt. Im Rennverlauf fand er zunehmend seinen Rhythmus und sah die Zielflagge als 19. MX2-Pilot Kees lag nach der ersten Runde auf Rang 24 und fiel im Rennverlauf allmählich bis auf Platz 28 zurück, für den Rookie ein solider Einstand in seinem ersten MXoN-Rennen. Den Sieg holte sich Romain Febvre (FRA) vor Jorge Prado (ESP) und Lucas Coenen (BEL).

„Ich hatte einen guten Start, da außen der Boden etwas fester war. In der ersten Runde habe ich versucht, mich aus dem Chaos rauszuhalten und verschiedene Linien zu probieren, um wieder Plätze gutzumachen. Das hat auch halbwegs funktioniert, aber ich bin leider wieder etwas verkrampft gefahren. Platz 19 ist natürlich nicht zufriedenstellend für mich“, so Koch nach dem ersten Rennen.
Rennen 2 (MX2 + Open): Bitterer Ausfall für Ludwig
Im zweiten Lauf erwischte Ludwig, der am Samstag mit Platz acht in der Qualifikation das beste deutsche Ergebnis eingefahren hatte, einen guten Start und lag nach der ersten Kurve auf Position vier. Doch kurz darauf stürzte der Open-Pilot und zog sich dabei eine Daumenverletzung zu, die eine Fortsetzung des Rennens und einen Start im dritten Lauf unmöglich machte. Damit war früh klar, dass es schwierig werden würde, ein gutes Teamresultat zu erzielen: Da bei nur zwei Läufen pro Fahrer kein Ergebnis von Ludwig mehr hinzukommen konnte, musste die deutsche Mannschaft seinen Ausfall zwangsläufig in die Wertung nehmen. Kees begann das Rennen am hinteren Ende des Feldes und arbeitete sich stetig bis auf Platz 27 nach vorne. Jeffrey Herlings (NED) gewann vor Andrea Adamo (ITA) und Pauls Jonass (LAT).

Rennen 3 (MXGP + Open): Koch mit bestem Laufergebnis zum Schluss
Im abschließenden Rennen war Koch als einziger deutscher Fahrer am Start. Von Platz 17 aus arbeitete er sich bis zur Rennmitte auf die 14. Position vor, auf der er auch das Rennen beendete. Das war das beste deutsche Einzelresultat am Sonntag. Der Sieg ging erneut an Herlings, der damit beide Läufe der Open-Klasse für sich entschied, vor Prado und Febvre.

„Wir waren ein bisschen vom Pech verfolgt. Schade, denn Noah ist am Samstag ein starkes Rennen gefahren und hat sich heute leider in seinem ersten Lauf wehgetan. Das ist immer so eine Sache beim Nations. Ich habe in meinem zweiten Lauf noch einmal alles gegeben und es mit Platz 14 solide beendet. Das war auch für mich ein guter Abschluss“, so Koch.
Belgien gewinnt, Deutschland auf Rang 16
In der Nationenwertung, bei der die besten fünf Laufergebnisse jeder Mannschaft zusammengerechnet werden, setzte sich Belgien mit 23 Punkten vor Spanien (26) und den Niederlanden (34) durch. Gastgeber Frankreich, Sieger der Qualifikation am Samstag, war ebenfalls mit zwei Ausfällen vom Pech verfolgt und belegte Rang zehn. Das deutsche Team kam auf Platz 16 im A-Finale der besten 20 Nationen.
Teamgeist als Rückhalt
Abseits der Strecke zeigte sich die deutsche Mannschaft als geschlossene Einheit. Das Team hatte im Fahrerlager mit einem eigenen Truck eine Anlaufstelle für Fahrer, Betreuer und Fans eingerichtet, die bei allen Beteiligten gut ankam.

„Die Stimmung im Team war das ganze Event über sehr gut. Die Organisation rund um Marcel hat sich gut um uns gekümmert und uns Fahrern eine gute Basis geboten. Das sorgt für extra Motivation. Jeder hat alles gegeben, und auch wenn es von den Resultaten nicht optimal gelaufen ist, war es rundum ein geiles Wochenende“, blickt Koch positiv zurück.
Auch für MXoN-Rookie Kees überwiegen die positiven Eindrücke. „Es war auf jeden Fall ein Hammer-Gefühl, vor so einer Kulisse für sein eigenes Land zu fahren. Ich würde es sofort wieder machen. Ich bin jetzt erst einmal müde, aber es war ein sehr geiles Erlebnis“, strahlte Kees.
Statement Teamleitung
„Man hat wieder einmal gemerkt, dass das Nations seine eigenen Gesetze hat. Uns verfolgt anscheinend ein bisschen das Verletzungspech. Es ist natürlich mega schade, dass Noah sich nach seinem super Qualirennen heute an der Hand verletzt hat und keinen Lauf fahren konnte. Total verrückt, dass wir mit solchen Ergebnissen trotzdem noch auf Platz 16 landen. Ich würde mir für das kommende MXoN in Assen eine Veranstaltung ohne Pech wünschen“, so Teammanager Marcel Dornhöfer.
Mit Blick auf die beiden MXoN-Neulinge im Team zieht Dornhöfer ein positives Fazit: „Man hat gestern bei Noah mit seinem achten Platz gesehen, wie sehr ihn das ganze Event motiviert hat. Valentin war zwar etwas aufgeregt, was aber bei den besonderen Anforderungen des MXoN mit einem großen Medienrummel, nur wenig Erholung zwischen den Läufen und so weiter nachvollziehbar ist. Aber solche Erfahrungen brauchen die Jungs, um sich weiterzuentwickeln. Ich denke, sie haben wieder einen Schritt gemacht, um in Zukunft noch bessere Ergebnisse abliefern zu können.“
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