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Oneal USA

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Lesedauer: 5 min

Vor unserem Besuch bei O’NEAL USA waren wir im Austausch mit dem europäischen Headquarter, ansässig im schönen Vaihingen/Enz.

Die News: Ab sofort wird es ein Fahrer-Support Programm auch in Europa geben, bei dem ihr euch einschreiben könnt. Welche Idee dahinter steckt, wo man sich hier in Deutschland bewerben kann, sowie ein paar Hintergrundinfos zu O’NEAL lest ihr im folgenden Interview.

Marc Shear und Justin Duganne

Wir starten klassisch in das Interview, stellt euch bitte kurz vor!

Justin: Mein Name ist Justin Duganne und ich bin der General Manager/Direktor von Oneal in den USA. Ich kümmere mich überwiegend um das Tagesgeschäft und versorge die Händler mit unseren Produkten. 


Marc: Ich heiße Marc Shear und bin Marketingdirektor bei O’NEAL/USA. Seit nunmehr 17 Jahren bin ich für unsere Marke hier in Kalifornien tätig und habe bereits in den verschiedensten Positionen gearbeitet. Gestartet bin ich im Verkauf, danach habe ich mich um den Bereich der Fahrerunterstützung gekümmert. Letztendlich bin ich zum Senior-Marketing Manager aufgestiegen. Dadurch, dass ich in der Firma schon so lange in den unterschiedlichen Bereichen tätig war, habe die ganzen Veränderungen in den letzten Jahren hautnah mitbekommen.

Fangen wir mit dem Riders-Support-Programm an. Christian Boettcher, euer verantwortlicher europäischer Kollege hat mir davon erzählt. Was hat es mit dem Programm auf sich?

Christian Boettcher, Athleten und Sponsoring Manager (EMEA)

Marc: Wir unterstützen Fahrer, seitdem Jim O’NEAL (Anm. d. Red.: Gründer der Marke, 1960) das Business betreibt. Das sind mittlerweile schon 53 Jahre. Meiner Ansicht nach war es erforderlich die ganze Geschichte ins digitale Zeitalter zu überführen. So ist es einfacher im Kontakt mit den Athleten in den verschiedenen Regionen der USA zu bleiben. Wir arbeiten mit den besten Amateurfahrern in jedem Bundesstaat der USA zusammen und haben die schnellsten Regio-Fahrer hier bei uns unter Vertrag. Dadurch haben wir es geschafft, dass Wachstum der Marke sicher zu stellen und die Weiterentwicklung aufgrund des Austausch mit unseren Athleten unsere Motocross Bekleidung voranzubringen. Somit haben wir schnelle und engagierte Fahrer, die sich mit unserer Marke identifizieren. Wir pflegen sehr gute Beziehungen zu unseren gesponserten Piloten, wobei manche schon seit 10 oder sogar über 20 Jahre für uns fahren. Einige haben ihre ganze Karriere mit uns verbracht und wir stehen in guten, wie auch in schlechten Zeiten zu unseren Leuten.

Also soll dieser Austausch und Unterstützung jetzt auch in Europa statt finden? Und wer kann sich für das Programm bewerben?

Marc: Wir helfen O’NEAL Europa dabei ihr Support Programm dank unserer positiven Erfahrungen aufzubauen. Wir arbeiten sehr eng zusammen. Grundsätzlich ist jeder willkommen. Wir bieten unterschiedlichen Support für die jeweiligen Fähigkeiten an. Wir arbeiten also nicht nur mit den schnellsten Fahrern auf der Strecke. Für uns zählt nicht nur das Können, sondern auch die Hingabe für den Sport und die harte Arbeit. Wir suchen nach Piloten in allen Klassen. Das bedeutet nicht nur Motocross, sondern auch Enduro oder Trial. Wir wollen eine möglichst individuelle Gruppe, die sich mit unserer Marke verbunden fühlt. Wir bieten unseren Fahrern exklusive Caps, personalisierte Jerseys oder Sticker und so weiter. Wir wollen, dass sich unsere Piloten als Teil von unserer Marke sehen. So entwickeln wir unsere Produkte mit ihrer Hilfe weiter und haben somit auch eine enge Verbindung mit ihnen. Also dürfen nicht nur die Profifahrer ihre Meinung abgeben, sondern alle. Das ist nachhaltig für alle Beteiligten.

Anm. der Redaktion: Hier kommt ihr direkt zum Programm.

Woher beziehen die Fahrer ihre Bekleidung, direkt von euch?

Marc: Ja, sie bekommen die Sachen direkt von uns durch das Riders Support Programm. Wir sponsern auch Athleten aber auch durch Shops. Hier läuft es indirekt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Shop ein Rennteam hat oder einen einzelnen Piloten direkt unterstützt.

Kommt das Design für die neuen Kollektionen aus Amerika oder Europa?

Marc: Unser Hauptdesigner bei O’NEAL hört auf Rudy und lebt in Idaho. Er ist verantwortlich für alle Designs. Wenn es um die Auswahl der Farben und Designs geht, setzten wir uns auch mit O’NEAL Europa und Australien zusammen, um Entscheidungen zu treffen. Wir finden uns mindestens zweimal im Jahr in Persona zusammen und besprechen die ganzen Designs. Wir stimmen dann über die Farben ab und diskutieren alles gemeinsam. So kann jeder Markt seine Anmerkungen machen und mitentscheiden. Wir sind eine globale Marke unter einem Namen, aber wir haben Input von überall auf der Welt. Das ist sehr einzigartig. Für unsere Entwicklung und Wachstum.

Justin: Das MX-Business ist schon sehr Eigenwillig. Wir haben einen Markt in den USA, in Europa und in Australien. Das sind die drei Hotspots für Offroad-Sportarten auf der ganzen Welt. Wir geben immer alles, um den drei Märkten gerecht zu werden. 

Werden eure Designs von anderen Sportarten beeinflusst?

Marc: Unsere Designer arbeiten mit den angesagten Farbpaletten. In der letzten Zeit waren das überwiegend Erdtöne, wie braun oder grün. Sie orientieren sich aber auch an anderen Sportarten wie Surfen oder Snowboarden. So gelingt es auch mal von Motocross auszubrechen und sich etwas anderes anzuschauen. Das funktioniert für uns gesehen sehr gut!

Sind neue Produkte in Sicht oder arbeitet ihr mit anderen Firmen zusammen?

Justin: In Europa arbeitet O’NEAL sehr eng mit Moveo Neckbrace zusammen. Wir haben viel zusammen getestet und das Produkt ist super, leider funktioniert es hier in den USA nicht so gut. Vielleicht ändert sich das in der Zukunft. Im letzten Jahr haben wir neue Knieschoner rausgebracht, die PRO IV. Diese haben wir zuerst in Europa gelaunched und danach in Amerika. Gerade auf dem amerikanischen Markt sind die neuen Knieschoner sehr gut angekommen. In Europa ist CE-zertifizierte Schutzkleidung sehr wichtig, in Amerika spielt dieses Zertifikat keine große Rolle. Gerade bei diesem Thema ist die Absprache zwischen den Kontinenten manchmal schwierig. Für den neuen Brustschutz wollte Europa den dicksten und besten CE-Schutz haben, in den USA war aber genau das Gegenteil der Fall. 

Wie handhabt ihr die Verträge mit Profi-Fahrern?

Marc: O’NEAL Europa macht alle Verträge mit den MXGP-Fahrern und auch sehr viele Verträge rund um Mountainbike. Sie haben viel Kontakt mit unseren professionellen Mountainbikern bzw. Freeridern. Alle amerikanischen Supercross und Motocross Verträge machen wir hier in den USA. Wir sind immer darauf aus, eine lange und gute Beziehung zu den Fahrern aufzubauen. Unser Ziel ist es gemeinsam zu wachsen und einzelne Fahrer zu unterstützen. Wir unterstützen hier direkt keine Teams, weil da überwiegend die Verbindung zu den Fahrern eher schlecht ist und die Piloten oft wechseln.

Gibt es bestimmte Unterschiede zwischen dem europäischen und dem amerikanischen Markt?

Justin: Aus meiner Sicht ist der US-Markt sehr auf Motocross fokussiert. Dahingegen liegt das Augenmerk in Europa eher auf Mountainbike.

Die Corona Pandemie hatte einen großen Einfluss auf den Absatzmarkt und Onlineshops. Wie seht ihr die nächsten 3 bis 4 Jahre?

Marc: Unserer Erfahrung nach hat Covid viele neue Fahrer zum Sport gebracht. Unsere Aufgabe ist es, diese Sportler zu behalten. Es möglich zu machen, dass sie jedes Wochenende fahren gehen und Spaß haben. Sie sollen sich willkommen und wohl in unserer Community fühlen. Die Leidenschaft für unseren Sport zu teilen, ist mit das größte Ziel. Eine weitere Aufgabe liegt darin es zu zeigen, dass Motocross mit der richtigen Schutzbekleidung ein sicherer Sport sein kann. Gerade für die jungen Sportler und deren Eltern ist das hier in den USA sehr wichtig. Durch den Zuwachs in der Pandemie ist der Markt größer geworden. Wir hoffen das die Leute auch weiterhin von unserem Sport begeistert sind und dabei bleiben. Aus Sicht von O’NEAL sehen wir den nächsten Jahren sehr positiv entgegen.

Marc und Justin, euch herzlichen Dank, dass ihr euch die Zeit für uns genommen habt. Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg und sind gespannt, wie offen das Rider Support Programm in Deutschland bzw. Europa aufgenommen wird.

Denis König
Denis König
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    • Denis König

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