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Das bittere Verletzungsdrama der Coenen Brüder

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Lesedauer: 3 min

Vor drei Wochen führen die Coenen Brüder noch ihre Weltmeisterschaften an. Heute kämpfen die belgischen Brüder nach schweren Stürzen, Verletzungen und einer Operation darum, ihre Titelträume am Leben zu halten.

Vor gerade einmal drei Wochen schien die Motocross-Weltmeisterschaft für Lucas und Sacha Coenen in die perfekte Richtung zu laufen. Beim Grand Prix von Südafrika dominierte Lucas Coenen die MXGP-Klasse und baute seine Führung in der Weltmeisterschaft weiter aus. Sein Zwillingsbruder Sacha musste sich in der MX2 zwar mit Gesamtrang vier zufriedengeben, reiste aber trotzdem als WM-Spitzenreiter ab. Zwei Brüder auf Titelkurs – die Chancen auf eine historische Doppel-Weltmeisterschaft waren so groß wie nie.

Heute sieht die Welt völlig anders aus.

Alles begann mit einem Ausflug in die USA. Beim AMA Pro Motocross in Southwick zeigte Sacha Coenen einmal mehr seine außergewöhnliche Kämpfermentalität. Im zweiten Lauf stürzte der Belgier schwer und zog sich einen Bruch des Schlüsselbeins zu. Trotz der Verletzung kämpfte er sich bis ins Ziel, gewann den Lauf und sicherte sich sogar den Gesamtsieg. Erst nach dem Rennen bestätigte sich die bittere Diagnose. Bereits am nächsten Tag wurde der KTM-Pilot operiert und eine Platte stabilisierte das gebrochene Schlüsselbein.

Auch für Lucas verlief das Gastspiel in den USA alles andere als nach Plan. Der MXGP-WM-Leader stürzte im ersten Lauf der 450er-Klasse schwer und musste den zweiten Lauf auslassen. Zunächst schien es, als würde ihn dieser Rückschlag nur kurz ausbremsen. Doch die eigentliche Pechsträhne sollte erst beginnen.

Beim darauffolgenden Grand Prix in Foxhills nahm das Drama seinen Lauf. Bereits im Qualifikationsrennen kollidierte Lucas mit Maxime Renaux und verletzte sich am rechten Bein. Zwar versuchte er am Sonntag in den Wertungsläufen zu starten, jedoch musste er sich geschlagen geben und konnte nicht zu Ende fahren. Trotz intensiver Physiotherapie und täglicher Behandlungen in der darauffolgenden Woche versuchte der Belgier, beim Grand Prix in Loket an den Start zu gehen. Doch schon am Sonntagmorgen musste er die bittere Entscheidung treffen, das Rennwochenende vorzeitig zu beenden.

„Viel gibt es dazu nicht zu sagen. Ich habe alles getan, um für Loket bereit zu sein – Physiotherapie, Massagen … Aber ich hatte den ganzen Tag Schmerzen. Das ist schwer zu akzeptieren. Ich kann nur hoffen, dass es mit jedem Tag etwas besser wird und wir an Lommel denken können“, erklärte Lucas anschließend.

Während Lucas praktisch keine Punkte sammeln konnte, kämpfte sich auch Sacha nur wenige Tage nach seiner Operation durch die Weltmeisterschaft. Doch der aggressive Fahrstil, der ihn in dieser Saison so stark gemacht hatte, war mit einem frisch operierten Schlüsselbein kaum umzusetzen. Statt um Siege kämpfte der Belgier nun um Schadensbegrenzung. Mit Gesamtrang acht in Foxhills und Platz sieben in Loket verlor er Rennen für Rennen den Anschluss an die Spitze.

Die Folgen für den Titelkampf sind dramatisch.

Lucas Coenen ist seine komfortable Führung in der MXGP-Weltmeisterschaft komplett los. Aus einem scheinbar sicheren Vorsprung wurde innerhalb von zwei Rennwochenenden ein Rückstand von 49 Punkten auf Jeffrey Herlings. Auch in der MX2 hat sich das Blatt komplett gewendet. Sacha Coenen genoss zwischenzeitlich einen Vorsprung von 41 Punkten im Titelkampf– inzwischen liegt der Belgier 33 Zähler hinter der Spitze.

Kaum eine andere Geschichte zeigt derzeit so eindrucksvoll, wie schnell sich im Motocross alles verändern kann. Vor wenigen Wochen galten die Coenen-Brüder noch als die großen Favoriten auf zwei WM-Titel. Heute kämpfen sie nicht mehr darum, ihren Vorsprung zu verwalten, sondern darum, nach Verletzungen überhaupt wieder in den Titelkampf eingreifen zu können.

Die Hoffnung ruht nun auf dem kommenden Grand Prix in Lommel. Vor heimischem Publikum möchte Lucas möglichst sein Comeback feiern. Ob beide Brüder dort tatsächlich wieder um Spitzenplätze kämpfen können, wird entscheidend dafür sein, ob ihre WM-Träume doch noch am Leben bleiben.

Kai Schulte-Lippern
Kai Schulte-Lippern
Fotocredits
  • Juan Pablo Acevedo
Textcredits
  • Kai Schulte-Lippern

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2 Kommentare auf “Das bittere Verletzungsdrama der Coenen Brüder

  1. Dass die Coenen-Brüder überragendes Talent besitzen, dass sie tough guys und kompetitive Athleten sind, haben sie dutzendfach bewiesen. Im Übrigen sind sie unreife Jungs mit eingeschränktem Urteilsvermögen – wie auch anders, sie sind 19 Jahre alt! Falls ihnen der WM-Titel scheißegal ist, haben sie mit ihren 2 Trips in die USA alles richtig gemacht: ihre tollen Auftritte dort haben ihren Marktwert garantiert nochmal gesteigert. Falls sie doch ernsthaft an der Weltmeisterschaft interessiert sind, sollten sie ihr gesamtes Management rausschmeißen, welches sie nicht vor der Dummheit bewahrt hat, in der entscheidenden Phase der WM 2x über den Teich zu fliegen, den Jetlag in Kauf zu nehmen, ihre Gesundheit zu riskieren und beste Titelchancen fahrlässig weg zu werfen. Eigentlich hätte ich ihnen die Titel gegönnt, aber Herlings und Farres haben sie mit Sicherheit mehr verdient.

    1. Oba sta pokazala letos neverjetno hitrost in bila daleč pred vsemi! A žal mlada glava in slabo razmišljanje sta ju pripeljala do poškodb! Tudi moštvo zelo neodgovorno! Naslove sta imela v rokah a zdaj zelo težko! Herlings ima izkušnje in dovolj prednosti da osvoji naslov! Gajser trenutno v slabi formi in preslabi štarti fFevbre pa tudi z nekaj preveč napakami! Upam da se ne poškoduje več noben in se borijo do konca sezone!