Justin Cooper feiert ersten 450SX-Laufsieg – Podium in Indianapolis nur knapp verpasst. Der Yamaha-Pilot sammelt Selbstvertrauen und greift weiter die Spitze an.
Justin Cooper erlebte beim Monster Energy AMA Supercross in Indianapolis einen starken, aber auch leicht bittersüßen Abend. Der Fahrer des Monster Energy Yamaha Star Racing Teams belegte im Gesamtklassement den vierten Platz – und feierte gleichzeitig einen wichtigen Meilenstein: seinen ersten Laufsieg in der 450SX-Klasse.
Im Lucas Oil Stadium zeigte Cooper über den gesamten Abend eine solide Leistung. In den drei Triple-Crown-Rennen fuhr er die Ergebnisse 5-1-5 ein und kam damit auf die gleiche Punktzahl wie sein Teamkollege Cooper Webb. Da Webb im letzten Lauf besser platziert war, ging der dritte Gesamtrang an ihn – Cooper musste sich knapp mit Platz vier zufriedengeben.
Trotzdem überwog für den 28-Jährigen die Freude über den ersten Laufsieg in der Königsklasse.
„Es war ein richtig guter Tag hier in Indy. Ich habe mich sofort wohlgefühlt, als ich auf die Strecke gegangen bin. Im Qualifying war ich sehr nah an der Bestzeit dran und auch die Rennen liefen gut. Im ersten Lauf wurde ich Fünfter, im zweiten konnte ich gewinnen. Ich lag direkt in Führung, Eli (Tomac) kam kurz an mir vorbei, aber ich konnte ihn wieder überholen. So einen Sieg zu holen, war einfach ein richtig cooles Gefühl. Danach hatte ich nur noch ein breites Grinsen im Gesicht.“
Die Strecke in Indianapolis stellte die Fahrer zusätzlich vor große Herausforderungen. Mit jeder Runde wurde der Kurs schwieriger zu fahren, was besonders in den Triple-Crown-Rennen für viel Action sorgte.
„Indy ist eine Strecke, die immer stark abbaut. Deshalb war das Triple Crown ziemlich chaotisch. Wir sind viele Runden gefahren und die Strecke wurde immer schwieriger. Dass ich meinen ersten Laufsieg in der 450-Klasse holen konnte, war für mich etwas ganz Besonderes. Insgesamt war es eine solide Nacht für uns. Wir haben das Podium nur ganz knapp verpasst, aber es war trotzdem ein gutes Rennen.“

Im letzten Lauf entwickelte sich außerdem ein spannender Zweikampf mit seinem Teamkollegen Cooper Webb um den letzten Podiumsplatz.
„Cooper Webb und ich haben uns im letzten Lauf einige Runden lang duelliert. Am Ende hatten wir die gleiche Punktzahl – so ist das manchmal. Im Moment fahren alle unglaublich schnell, deshalb ist das Racing richtig stark.“
Nach der Runde in Indianapolis liegt Cooper aktuell auf Rang fünf der 450SX-Gesamtwertung – hinter Hunter Lawrence, Eli Tomac, Cooper Webb und Ken Roczen. Trotzdem zeigt sich der Yamaha-Pilot zufrieden mit seiner Entwicklung.
„Ich habe das Gefühl, dass wir in den letzten Rennen konstant in den Top fünf waren. Das Tempo dort vorne ist brutal. Ich versuche einfach, so gut wie möglich mit diesen Jungs zu kämpfen und immer Teil dieser Gruppe zu sein. Es ist hart, aber das Racing bleibt sauber. Alle fahren respektvoll, auch wenn es um Blockpässe oder enge Situationen geht. Es ist sauber und gleichzeitig sehr intensiv.“
In seiner dritten vollständigen Saison in der 450-Klasse fühlt sich Cooper inzwischen deutlich sicherer auf dem großen Motorrad.
„Das ist mein drittes Jahr in der 450-Klasse und langsam fühlt es sich wirklich vertraut an. Am Anfang ist es als Rookie ziemlich hart. Aber man wächst mit dem Motorrad und mit der Klasse. Jetzt fühlt es sich endlich wie mein Zuhause an.“
Der Unterschied zwischen der 250- und der 450-Klasse sei deutlich spürbar.
„In der 250-Klasse versuchen zwar alle zu gewinnen, aber viele haben noch nie gewonnen. In der 450-Klasse hat fast jeder schon einmal einen Titel geholt oder große Rennen gewonnen. Genau das macht es so viel schwerer. Es gibt unglaublich viel Talent und alles liegt extrem dicht beieinander.“
Der Laufsieg in Indianapolis gibt Cooper zusätzlich Selbstvertrauen für die kommenden Rennen.


„Wenn man viele Rennen fährt, oft auf dem Podium steht, aber nie gewinnt, spielt der Kopf manchmal verrückt. Dann fängt man an, Dinge zu hinterfragen. Man muss einfach dranbleiben und daran glauben, dass es funktioniert. Wenn man sich in der richtigen Position befindet, kann man zuschlagen.“
Auch die Zusammenarbeit mit seinem Teamkollegen Cooper Webb sieht er als wichtigen Faktor für seine Entwicklung.
„Mit Cooper Webb zu trainieren ist richtig gut. Wir sind seit zwei Jahren Teamkollegen und ich habe am Anfang viel von ihm gelernt. Wir pushen uns gegenseitig und helfen uns weiter. Wenn einer von uns etwas besser macht, sehen wir das im Video und sprechen darüber. Es ist definitiv ein großer Vorteil, so einen Teamkollegen zu haben.“
Mit 28 Jahren sieht Cooper seine Karriere noch lange nicht am Ende.
„Ich war ein Spätstarter. Ich bin erst mit 20 Profi geworden und jetzt bin ich 28. Es ist schwer, die Zukunft vorherzusagen, aber wenn alles gut läuft, kann ich mir locker noch fünf Jahre vorstellen.“
Auch sein großes Ziel bleibt klar: ein Sieg auf diesem Niveau.
„Das ist das Ziel, dafür arbeite ich jeden Tag. Auf diesem Level zu gewinnen passiert nicht einfach so – man muss sich Schritt für Schritt dahin arbeiten. Podiumsplätze sind großartig, aber ich will bald gewinnen.“
Nach dem intensiven Wochenende nutzt Cooper nun das einzige freie Wochenende der Supercross-Saison zur kurzen Erholung.
„Ich bin wieder in Tallahassee und fahre dieses Wochenende an den Strand. Das ist unser einziges freies Wochenende im Supercross. Wir sind diese Woche ein bisschen Outdoor gefahren und jetzt genieße ich einfach das Wochenende und entspanne. Solche Pausen bekommt man kaum noch, deshalb nutze ich die Zeit, um mental wieder etwas aufzutanken.“
Mit neuem Selbstvertrauen richtet Cooper den Blick bereits auf das nächste Rennen.
„Ich fühle mich richtig gut auf dem Motorrad und alles passt im Moment zusammen. Mal sehen, was wir in Birmingham machen können.“
