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GP-Fahrerlager - Joël Robert

R.I.P. Joël Robert

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Lesedauer: 2 min

Traurige Nachrichten aus Belgien. Im Alter von 77 Jahren verstarb Joël Robert, eine, wenn nicht gar die größte Legende in seinem Heimatland. Bereits gesundheitlich durch gleich mehrere Schlaganfälle in den letzten Jahren und Diabetes schwer gezeichnet, wurde „Monsieur Motocross“ nun eine Covid-19-Infektion maximal tragisch zum Verhängnis.

Zeit seiner Karriere galt Robert als der größte Motocrosser seiner Generation. Sechs WM-Titel und unzählige weitere Erfolge brachten ihm den Beinamen „Monsieur Motocross“ ein. In Belgien – nicht gerade arm an Motocross-Superstars – galt der WM-Rekord lange Zeit als ein Rekord für die Ewigkeit. Erst 2002 egalisierte Stefan Everts die Rekordmarke und uneitel, wie Robert eben war, gratulierte er noch bei der Siegerehrung mit einem Gläschen Sekt.

Auch Stefans Vater Harry Everts hatte eine besondere Bindung zu Robert und bezeichnend ihn auch heute noch als seinen Entdecker. Beinahe unglaublich die Anekdote, die Harry über Joël zu erzählen weiß, die vielleicht aber besser als alle Statistiken den Charakter und das Besondere von Joël Robert umschreibt. Heutzutage undenkbar, aber Robert hatte sich während seiner Karriere ein ganz spezielles Trainingsprogramm auferlegt: Immer im Winter suchte sich der kräftig gebaute Wallone ein x-beliebiges Ziel in den Alpen und steuerte dies mit seinem Trainingsbike an. Die Challenge bestand dann darin, auf Achse und gegen alle widrigen Umstände den direkten Rückweg nach Belgien zu suchen – nur mit Schlafsack auf dem Rücken! Wahnsinn, was damals noch alles möglich war. Diese Zähig- und Zielstrebigkeit war vermutlich tatsächlich Grundstock für seine vielen Erfolge, und in der Tat war Robert gerade bei schwierigen Verhältnissen beinahe unschlagbar.

Nun ist der großartige Belgier von einem kleinen unsichtbaren Gegner geschlagen worden, aber die Erinnerung an einen famosen Sportsmann wird garantiert lange noch lebendig bleiben. Mach’s gut, Joël.

Jens Pohl
Jens Pohl
Online-Redakteur
Fotocredits
  • Ray Archer
Textcredits
  • Jens Pohl

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