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Interview Michael Kartenberg

„Mischko“ am Wochenende auf Asphalt unterwegs

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Lesedauer: 4 min

Anfang August gewann er beim DMV Motocross in Kaltenholzhausen den diesjährigen Deutschen Motocross Pokal der Klasse Open Süd und wiederholte diesen Erfolg gut einen Monat später beim ADAC Motocross Moorgrund/Heiligenberg auch in der Klasse Open Nord. Die Rede ist vom Stendaler KTM-Pilot Michael „Mischko“ Kartenberg

Dieser Tage überraschte der 22-Jährige mit der Ankündigung, am Wochenende beim Finale der Internationalen Deutschen Supermoto Meisterschaft, welches auf dem Flugplatz Stendal/Borste ausgetragen wird, anzutreten. Doch bevor er diesen Ausflug zu den Asphalt-Piloten unternehmen „durfte“, musste sich „Mischko“ den Fragen unseres Reporters Robin Hannes stellen:

Hi Mischko, ist dies dein erstes Rennen das du inmitten der Asphalt-Piloten bestreitest?

Nein, ich bin bereits einmal am Anfang des Jahres beim Auftakt der Supermoto DM in Stendal mitgefahren und habe da sogar die Amateur-Klasse gewonnen! Dann zwei Wochen vor Moorgrund war ich in Harsewinkel am Start, aber dort bin ich schwer gestürzt und hab mir ein Band in der Schulter und im Fuss gerissen.


In welcher Klasse und für welches Team wirst du in Stendal antreten?

Ich fahre diesmal die C1-Klasse. Das kann man von der Wertigkeit her mit dem MX Pokal vergleichen, bewegt sich als auf dem Niveau einer nationalen DM. Dort werde ich für das Team KTM Bauerschmidt fahren, von dem mir sowohl das Bike – eine 2012er KTM 450 – und auch alles andere zur Verfügung gestellt wird. Das ist übrigens auch das Team von Markus Volz der am Wochenende in der S1-Kategorie [höchste international ausgeschriebene Klasse – Vergleichbar mit der MX1] um den Vizemeistertitel fährt.


Und wer wird da dein Bike betreuen?

Ganz klar wird auch dort mein Mechaniker Frank „Franky“ Leue für mich schrauben.

Mischko bei seinem Sieg im Open-Pokal Süd in Kaltenholzhausen
Mischko bei seinem Sieg im Open-Pokal Süd in Kaltenholzhausen
Mischko fuhr im ersten  Training auf Rang eins
Mischko fuhr im ersten Training auf Rang eins


Durch wen kam eigentlich der Kontakt zu dem Team zustande?

Den Kontakt bekam ich durch meinen Onkel Olaf Kartenberg. Der war Marketing-Chef bei Black & Decker und hatte dadurch einige Beziehungen zum ADAC, wo uns durch Hans-Josef Brill das Team KTM Bauerschmidt empfohlen wurde. Ja, und der Rest ging dann wie von allein. 😉

Hast du dich auf dein Gastspiel beim Supermoto irgendwie vorbereiten können?

Also mit Training oder so war nicht viel. Habe mich einfach raufgesetzt und bin gefahren. Gestern war ich dann noch einmal auf dem Harz-Ring, aber das war es auch schon in Sachen Training.


Was ist dein Ziel fürs Wochenende?

Na ja, ich will mich einfach mal woanders zeigen. Wer Motocross liebt so wie ich, der findet es auch einfach mal geil andere Bikes zu fahren und am Limit zu bewegen.


Wer hilft dir bzw. unterstützt dich bei deinem Vorhaben?

Jetzt im SuMo-Bereich der ADAC und mein Onkel, der jetzt aber bei der Firma WORX Marketing and Sales Director ist. Ansonsten das Team KTM Bauerschmidt.

Hast du solche Gastspiele beim SuMo jetzt vielleicht in Zukunft öfters vor?

Doch, ich hab vor mich öfter mal in der SuMo-Szene blicken zu lassen und werde versuchen dort einige Kontakte zu knüpfen.

Jetzt mal ganz ehrlich, was denkst du als Vollblut-Motocrosser über Supermoto?

Supermoto macht ganz klar auch Spaß, gerade weil dort das ganze Drumherum immer riesig verbreitet wird. Ich denke, das liegt auch mit daran, dass sich andere Menschen mehr damit identifizieren können, weil dabei mehr auf der Straße gefahren wird als im Gelände. Dazu kommt noch, dass es dort eigentlich immer sauber ist und die Kids und Mädels nicht durch den Dirt marschieren müssen und dreckig werden. Als Motocrosser ist es auf jeden Fall leichter dort nach oben zu steigen als beim Motocross selbst. Und letztendlich muss man manchmal auch Ziele umstecken, falls es beim MX einfach nicht mehr funktioniert. Falls also die eigenen Knochen nicht mehr wollen, dann ab zum SuMo. Aber Motocross ist  auf jeden Fall die Basis. Wer richtig MX fahren kann, kann auch jedes andere Bike in jeder anderen Disziplin fahren!

Was sind jetzt deine Pläne für die nahe Zukunft? Wird man dich im Winter beim Supercross fahren sehen können? Wie schaut es mit deinen Zielen für 2012 aus?

Nach langer Überlegung werde ich im Winter definitiv kein Supercross fahren. Ich fahr eigentlich recht gerne SX gerade weil ich früher fast jede Woche in der Halle in Magdeburg war. Aber ich will mich in diesem Winter nur auf meine Vorbereitung für die ADAC MX Masters und die DM Open konzentrieren. Das heißt für mich nicht nur Konditionstraining zu betreiben sondern ich will versuchen einige Bewegungsschwierigkeiten die ich mit der Schulter und dem Handgelenk habe zu verbessern. Falls ich dann die Saison 2012 erfolgreich und zufriedenstellend beenden kann, bin ich auf jeden fall beim Supercross m nächsten Jahr dabei!

„Mischko“, vielen Dank dafür, dass du dir die Zeit genommen hast um unsere Fragen zu beantworten. Wir drücken dir natürlich für dein Vorhaben am Wochenende beide Daumen und wünschen dir, dass du sturz- und verletzungsfrei bleibst. Gleiches gilt auch für deine Vorbereitungen auf 2012 und die kommende Saison selbst.

Jens Pohl
Jens Pohl
Online-Redakteur
Fotocredits
    Textcredits
    • Robin Hannes, Jens Pohl