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Interview

Was macht eigentlich… Erik Eggens?

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Lesedauer: 3 min

Am vergangenen ADAC MX Masters-Wochenende lief uns im niederländischen Emmen der ehemalige WM-Pilot Erik Eggens über den Weg. Wir dachten uns, dies ist eine gute Gelegenheit den dreifachen Grand Prix-Sieger und WM-Dritten des Jahres 2001 in der 125ccm-Kategorie zum Kurz-Interview zu bitten:


Hallo Erik, wir haben in Deutschland schon lange nichts mehr von Dir gehört, wie geht es Dir?

Gut ,danke. Als ich 2009 meine Karriere als MX-Profi beendete, bekam ich Kontakt mit Yamaha Motor Europe. Und so wurde ich in der Folge Testfahrer für die Zweitakt-Offroader von Yamaha. Ich teste die WR- und die YZ-Modelle.

Außerdem gebe ich in meiner Motocross-Schule „Erik Eggens Sports“ einmal die Woche Unterricht für verschiedene Gruppen von MX-Piloten. Drittens bin ich Kommentator bei MotorsTV, zuständig für die holländische Präsentation des MX1 und MX2-GP, die Night of the Jumps-Serie und die Indoor-Trial-WM. Und daneben bin ich noch technischer Repräsentant von Yamaha Motors Europe.


Hört sich ziemlich beschäftigt an und wie sieht es privat aus?

Auch sehr gut, Mitte Dezember werde ich das erste Mal Vater. Ich bin nicht verheiratet und lebe mit meiner Freundin in Lichtenvoorde.


Und du fährst auch noch aktiv Motocross?

Ja klar, in der holländischen MX2-Meisterschaft. Ich kann es halt nicht lassen, bin aber auch körperlich noch topfit und fahre auf einem ganz guten Level. Nächste Woche werde ich 35 und dafür bin ich immer noch schnell. Mit Jungs wie Herlings, Coldenhoff oder Jake Nicholls, die in der holländischen Meisterschaft fahren, kann ich manchmal noch mithalten. Ok, mit Herlings nicht, das sind ja auch 15 Jahre Altersunterschied. Meine Technik ist aber immer noch gut und gerade im Sand fühle ich mich, wie die meisten Holländer, immer noch am wohlsten. Bis aufs Testen, das geht besser auf Hardpack.

Was denkst du über die jetzige Situation im WM-Zirkus?

OK, als Kommentator hat sich natürlich alles in den letzten Jahren verbessert. Die Arbeitsbedingungen sind sehr gut für mich. Und dazu noch ein holländischer Pilot, der die WM anführt, das ist schon optimal. Aber für die Fahrer und die Teams ist es oft sehr hart, was die finanzielle Seite angeht. Und je mehr Überseerennen, desto härter wird es. Es gibt positive und negative Aspekte und ich kann die Kritiker gut verstehen.


Du bist schon des Öfteren gegen Herlings gefahren, was hältst du von deinem Landsmann?

Da sind zwei verschiedene Dinge, einmal der Mensch und dann der Fahrer Herlings. Als Fahrer bin ich sehr glücklich von ihm nicht überrundet zu werden. Er fährt in seiner eigenen Klasse und das kannst du in jedem Rennen sehen.

Aber es gibt auch Sachen, die nicht gut sind. Ich kenne nicht so gut seine familiäre Situation, um das genau zu kommentieren, aber ich denke ein Grund für das Problem bei Jeffrey ist sein Alter, er lässt sich von kaum jemandem etwas sagen. Aber jeder sagt zu ihm „Hey du bist mein Held“, da kann man mit 17 Jahren schon abheben. Wenn ich mit ihm rede, wirkt er völlig normal. Ich denke nicht, dass er so ist, wie viele Leute ihn sehen.

Abgesehen davon, ist er beim Training der härteste Arbeiter, den ich kenne. Nach dem Lettland-GP, als er im zweiten Lauf mit kaputtem Motor aufgeben musste, war ich am Dienstag danach in Grevenbroich. Jeffrey war einen Tag zuvor aus Lettland zurückgekommen und hat an diesem Dienstag in Grevenbroich so hart trainiert, dass er dreimal den Tank leergefahren hat! So einen motivierten Fahrer habe ich unglaublich lange nicht mehr gesehen. Und genau deshalb ist er so stark.


Erik, vielen Dank, dass du dir die Zeit für uns genommen hast. Wir wünschen dir für die Zukunft alles Gute und würden uns freuen bald wieder von dir zu hören.

Jens Pohl
Jens Pohl
Online-Redakteur
Fotocredits
    Textcredits
    • Frank Quatember