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US-Fahrerlager - Austin Forkner

Karriereende: Austin Forkner beendet seine aktive Laufbahn

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Lesedauer: 3 min

Austin Forkner beendet mit sofortiger Wirkung seine aktive Karriere. Der aus Richards, Missouri, stammende 27-Jährige gab seine Entscheidung am Mittwoch in den sozialen Medien bekannt.

Nachdem er bereits vergangenes Wochenende beim RedBud National in Buchanan, Michigan, gefehlt hatte, bestätigte der ehemalige Kawasaki-Werksfahrer nun offiziell seinen Rücktritt vom Profisport.

US-Fahrerlager - Austin Forkner

Mit 13 Siegen in der 250SX-Klasse verabschiedet sich Forkner als einer der erfolgreichsten Fahrer der Geschichte dieser Kategorie. Alle seine Erfolge feierte er für das Team Monster Energy/Pro Circuit Kawasaki. An seinem Speed bestand nie ein Zweifel, vielmehr verhinderten immer wieder schwere Verletzungen, dass er sein enormes Potenzial vollständig ausschöpfen konnte.

Verletzungen als ständiger Begleiter

Der Wendepunkt kam bereits 2019. Nach drei Siegen in Folge zum Auftakt der 250SX-Ostküstenmeisterschaft riss sich Austin Forkner das Kreuzband und musste seine Titelhoffnungen begraben. Ein Jahr später kämpfte er bis zum Saisonfinale mit Dylan Ferrandis um die Meisterschaft, ehe ein schwerer Sturz und innere Verletzungen erneut alle Träume platzen ließen.

Austin Forkner nach seinem Sturz im Mainevent von SLC 7
Das Verletzungspech begleitete Austin Forkner während seiner gesamten Karriere.

Auch in den folgenden Jahren blieb ihm das Verletzungspech treu. Zwar gelang ihm 2022 mit dem Sieg in Foxborough ein emotionales Comeback, doch bereits beim Saisonauftakt 2023 in Anaheim zog er sich nach einem heftigen Startcrash erneut eine schwere Knieverletzung zu und fiel praktisch die komplette Saison aus.

Der Unfall, der alles veränderte

2024 meldete sich Austin Forkner eindrucksvoll zurück und gewann das Auftaktrennen der 250SX-Ostküstenmeisterschaft in Detroit. Nur eine Woche später folgte jedoch der nächste schwere Rückschlag. In Arlington verlor er während des Rennens zunächst eine Kontaktlinse, kam in der Rhythmussektion von der Strecke ab und schlug heftig auf dem Beton auf. Wie Forkner später erklärte, hatte er bereits zuvor mit Nervenproblemen im Arm zu kämpfen, wodurch seine Hand vom Lenker rutschte und den Sturz mitverursachte.

Die Folgen reichten weit über die eigentlichen Verletzungen hinaus. Bei den Untersuchungen nach seiner schweren Gehirnerschütterung entdeckten Ärzte eine arteriovenöse Malformation (AVM), eine angeborene Gefäßfehlbildung im Gehirn. Forkner musste sich daraufhin einer Gehirnoperation unterziehen. Rückblickend bezeichnet er die Diagnose als glücklichen Zufall, da die Fehlbildung ohne den Unfall möglicherweise nie entdeckt worden wäre.

Gesundheit und Familie haben Priorität

Neben der AVM und den anhaltenden Armproblemen, die trotz mehrerer Operationen nie vollständig verschwanden, spielte auch seine Familie eine entscheidende Rolle bei der Entscheidung, die Karriere zu beenden.

„Ich habe die schwierige Entscheidung getroffen, mich aus dem Rennsport zurückzuziehen. Ich habe das Gefühl, dass dieser Sport körperlich und mental sehr viel abverlangt, und ich habe einfach nicht mehr viel zu geben“, sagt Austin Forkner in einer Stellungnahme von Triumph Factory Racing, für das er seit 2025 an den Start ging.. „Eigentlich hatte ich vor, bis zum Ende des Jahres durchzuhalten, aber nach meinem Sturz in Lakewood, Colorado, bin ich mental nicht mehr bei der Sache und halte es nicht für klug, das Jahr zu Ende zu fahren. Meine Gesundheit und meine Familie stehen jetzt an erster Stelle, daher ist es zwar eine schwere Entscheidung, aber eine, mit der ich zufrieden sein kann.“

US-Fahrerlager - Austin Forkner

Abschließend bedankt er sich bei seinem Team und seinen Fans: „Ich möchte dem gesamten Triumph-Team für die harte Arbeit in den letzten Jahren danken. Es hat Spaß gemacht, und wir haben gemeinsam einige gute Ergebnisse erzielt. Ich möchte mich auch bei den Fans bedanken, die mir über die Jahre hinweg die Treue gehalten haben. Ich bin dankbar für alles und für all die Menschen, die ich auf diesem Weg kennengelernt habe und mit denen ich eine Verbindung aufgebaut habe. Vielen Dank.“

Austin Forkner gehörte über Jahre zu den schnellsten Fahrern der 250er-Klasse. Viele Beobachter sind sich einig, dass er das Potenzial für eine erfolgreiche Karriere in der 450SX-Klasse besaß. Statt sportlicher Erfolge prägten jedoch immer wieder schwere Verletzungen seinen Weg. Mit seinem Rücktritt verliert der US-Supercross einen Fahrer, dessen Karriere wohl dauerhaft mit der Frage verbunden bleiben wird, was ohne die zahlreichen Rückschläge möglich gewesen wäre.

Jens Pohl
Jens Pohl
Online-Redakteur
Fotocredits
  • Convrg
  • Octopi
Textcredits
  • Jens Pohl

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