Haiden Deegan hat die 250SX West bereits zum zweiten Mal in Serie gewonnen – und fährt trotzdem weiter in der kleinen Klasse. Der Grund: ein Rekord, ein Bonusscheck und ein letzter Abschied von der Klasse, in der er alles erreicht hat.
Eigentlich hätte Deegan längst wechseln können. Den Titel hatte er zwei Runden vor Saisonende sicher, der Aufstieg zu Monster Energy Yamaha Star Racing war schon lange klar. Trotzdem blieb er auf der YZ250F – und das mit Plan.
„Ich baue gerade ein riesiges Haus“, scherzte er nach dem Sieg in Denver. „Ich muss den Bonusscheck kassieren. Und ich brauchte noch einen Sieg, um mich in den Rekordlisten nach oben zu schieben – haben wir erledigt.“
Sieben Saisonsiege stehen jetzt offiziell zu Buche, acht wenn es nach Deegan selbst geht – seinen in Birmingham entzogenen Triumph zählt er intern weiterhin. Damit kommt er auf 14 Karrieresiege in der 250SX und ist damit der erfolgreichste Fahrer aller Zeiten auf einem 250er Viertakter. Nur James Stewart hat auf der Zweitakter-Ära insgesamt mehr eingefahren – mit 16 Siegen in der 125SX.



Ob Siege nach so einer Saison noch zünden? „Gewinnen fühlt sich immer gut an“, sagte Deegan. „Der erste Sieg ist anders als der achte – klar. Aber er wirkt trotzdem, vor allem wenn ein fetter Scheck dabei ist. Es ist nicht mehr dasselbe Gefühl wie beim ersten Mal, aber schön ist es immer.“
Ein Rennen fehlt noch, dann ist die 250er-Ära für ihn Geschichte. Ab dem 30. Mai greift Deegan beim Fox Raceway National erstmals auf der 450er an. Die Trainingsvorbereitung läuft – und die Tage werden länger.
„Es ist schon komisch zu denken, dass ich erst 20 bin und die 250er-Klasse für mich vorbei ist“, sagte er. „Ich hab alles erreicht, was ich wollte – und noch mehr. Als Kind wollte ich einfach einen Titel. Daraus wurde deutlich mehr. Ich bin bereit für die Big Boys, aber es wird trotzdem ein komischer Moment sein. Es ging alles so schnell.“
Die langen Testtage auf seiner YZ450F machen klar, was vor ihm liegt. „Manche Tage sind wirklich nicht schön, besonders die langen Testtage“, gab er zu. „Es wird hart. Aber ich muss lernen, das zu lieben, wenn ich dort oben Champion werden will. Harte Arbeit zahlt sich aus.“
