Ken Roczen ist US-Supercross-Champion – und die großen deutschen Medien schweigen. Kein Wort bei Bild, Spiegel oder den großen TV-Sendern. Eine Leistung, die Schlagzeilen verdient hätte, verschwand im Nichts.
Ken Roczen hat es geschafft. Der Deutsche holte sich die Supercross-Krone in den USA – einen der härtesten und begehrtesten Titel im Motorsport. In der MX-Community wurde gefeiert, gejubelt, der Moment ausgiebig genossen. Und dann kam der Blick nach draußen.
Bild? Nichts. Spiegel? Nichts. Stern, Welt, RTL, ZDF, ARD, ProSieben? Grillen. Einzig der MDR berichtete – als einziges großes deutsches Medium überhaupt – über den Titelgewinn des Thüringers. Für alle, die Roczens Weg verfolgt haben, tut das schlicht weh.
Denn dieser Titelgewinn ist weit mehr als eine Meisterschaft. Es ist die Geschichte eines Athleten, der sich durch schwere Verletzungen, lange Rückschläge und immer neue Zweifel von außen nie hat abbringen lassen. Der an seinem Traum festgehalten hat – von Anfang an, durch alles hindurch. Genau die Art von Geschichte, die Menschen packt, weit über den Sport hinaus. Wenn sie denn jemand mitbekäme.
In den USA haben Millionen diesen Moment erlebt. In Italien wäre es eine Titelseite der Gazzetta dello Sport geworden, wenn es Antonio Cairoli gewesen wäre – keine Frage. Warum nicht in Deutschland?
Die Antwort ist unbequem, aber ehrlich: Der Anteil an Journalisten außerhalb der Szene, die Supercross wirklich einordnen können, geht gegen null. US-Sport findet in deutschen Redaktionen abseits von NBA oder NFL kaum statt. Ein Deutscher, der dort nach der Krone greift, bleibt für die meisten unsichtbar.
Aber der Finger zeigt nicht nur in eine Richtung. Wir haben es selbst versucht – vor dem Finale wurden gezielt Redaktionen angeschrieben. Die Resonanz war gering. Trotzdem zeigt genau das: Es liegt auch an uns als Community, aktiv zu werden und Türen anzuklopfen, die sonst geschlossen bleiben. Leserbriefe, direkte Hinweise an Sportredaktionen – mühsam, aber langfristig wirkungsvoll.
Oder wir akzeptieren unser Nischendasein bewusst – und halten Motocross klein, um keine Aufmerksamkeit zu wecken, die am Ende mehr schadet als nützt.
Wie seht ihr das? Schreibt uns eure Meinung – und gerne auch eure Ideen, wie die Community damit umgehen sollte.

Ein Kommentar auf “Weltklasse aus Thüringen: Warum interessiert das niemanden?”
Hallo Cross-Magazin,
was da in der Nacht von Samstag auf Sonntag passiert ist, passiert mit deutscher Beteiligung nur alle „100 Jahre“ = einmal!
Es ist auch kaum zu glauben + absolut schwer zu fassen! Ken Roczen ist ein absolutes Ausnahmetalent – ABER pures „Talent“
reicht hier gar nicht – ganz sicher! Viele deutsche Fahrer haben es in der WM (MXGP/MX2/EMX) versucht voran zu kommen…,
was bleibt ist der fantastische Titel von Simon Längenfelder MX2/2025 (= großer Respekt!) – auch dieser – eine Weltmeisterschaft über mehrere Monate –
inclusive heart-break Finale, fand in der deutschen Medienlandschaft gar nicht statt. Nischensport oder nicht
– eine (deutsche) Weltmeisterschafts UN-Würdigung geht gar nicht, aber ja wir sehen/lesen/hören = geht doch!
Also liebe Fans + auch JournalistInnen = das war einmalig – und ganz sicher: WIR („detschen“) werden es NIE wieder erleben !
Noch einmal : Großer Respekt an KEN, ich kann es immer noch nicht greifen !