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Wie nehmen die Amis das MXoN wahr?

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Lesedauer: 3 min

Levi Kitchen erlebt beim MX of Nations in Europa eine völlig neue Fan-Kultur. Für Levi Kitchen war das MX of Nations in Europa mehr als nur ein weiteres Rennen. Dabei erlebte er eine Fan-Atmosphäre, die ihn nachhaltig beeindruckte.

Während Team USA in den vergangenen Jahren häufig mit dem klaren Ziel antrat, den Sieg zu holen, konnte der Amerikaner diesmal deutlich unbeschwerter nach Europa reisen.

In den USA werden die Fans beim Motocross der Nationen regelmäßig zu einem Teil der Show. Wie emotional es dort zugehen kann, zeigte unter anderem die zweiteilige Dokumentation OneTeamOneDream über Roan Van De Moosdijk in den USA.. Doch auch die europäischen Zuschauer standen dem in nichts nach. Vor allem die französischen Fans sorgten entlang der Strecke für ordentlich Lärm.

Für Kitchen war die Ausgangslage ohnehin besonders. Erst eine Woche zuvor hatte er den SMX-Titel gewonnen, anschließend ging es direkt nach Europa. „Und dass ich letztes Wochenende die Meisterschaft bei SMX holen konnte, hat viel Druck von meinen Schultern genommen. Ich hatte das Gefühl, dass ich hierherkommen und es einfach genießen konnte“, erklärte Kitchen. „Natürlich wollte ich das Beste für das Team geben, aber ich bin einfach rausgegangen und habe mein Bestes gegeben, und dadurch wurde es ziemlich einfach.“ Gleichzeitig sei er dankbar gewesen, die USA vertreten zu dürfen und vor einem neuen Publikum zu fahren.

Auch sportlich startete Kitchen stark. Als bestplatzierter Amerikaner in der 250er-Klasse war er für Team USA gesetzt und fuhr im Qualifikationsrennen auf Rang drei. Im ersten Lauf am Sonntag lag er ebenfalls weit vorne, ehe er im Kampf mit Alberto Forato stürzte und von Platz acht auf 25 zurückfiel. Im zweiten Lauf kämpfte er sich noch auf Rang 14 nach vorne.

Vor allem die Härte der Zweikämpfe fiel dem Amerikaner auf. „Es war verrückt. In Amerika kann man irgendwie spüren, wenn jemand wieder zu einem aufschließt und vielleicht ein bisschen am Ende ist. Hier holt man jemanden ein, aber jeder ist so stark, sie kämpfen so hart. Ich hatte das Gefühl, dass ich 30 Minuten lang immer wieder gegen denselben Fahrer gefahren bin. Es war einfach so hart.“ Für Kitchen zeigte sich dabei auch, wie wichtig ein guter Start auf einer 250er beim MX of Nations ist: „Zumindest im ersten Rennen konnte ich mich in eine sehr gute Position bringen, im zweiten nicht so sehr. Ich habe viel gelernt.“

Viel Zeit, sich auf das Rennen vorzubereiten, hatte Kitchen ohnehin nicht. Direkt nach seinem SMX-Titel ging es ins Flugzeug nach Paris. „Was für eine verrückte Woche oder eigentlich ein paar verrückte Wochen. Es ist definitiv eine Menge, die man verarbeiten muss. Letztes Wochenende den SMX-Titel zu gewinnen und dann direkt in ein Flugzeug nach Paris zu steigen und zu versuchen, darauf vorbereitet zu sein. Ich bin schon eine ganze Weile kein Outdoor-Rennen mehr gefahren, aber ich habe das Beste daraus gemacht, das ganze Team hat großartige Arbeit geleistet.“

Dabei half ihm auch ein Rat von Ken Roczen. Der deutsche Routinier riet Kitchen, nicht zu sehr auf das Ergebnis zu schauen, sondern die besondere Atmosphäre aufzusaugen. „Als ich hierherkam, sagte Ken [Roczen] zu mir nur: ‚Saug es auf. Geh einfach raus, sei stolz auf dich, dass du hier bist, und hab Spaß.‘“ Kurz vor dem ersten Rennen meldete sich Roczen noch einmal bei ihm und gab ihm einen ganz konkreten Tipp: „Schau hoch zur Menge und nimm es auf.“ Kitchen folgte dem Rat – und war überwältigt: „Und genau das habe ich gemacht, und es war unglaublich.“

Für Kitchen wurde das MX of Nations damit zu einer besonderen Erfahrung. Zwischen lautstarken europäischen Fans, harten Zweikämpfen und einer für ihn ungewohnten Atmosphäre konnte der Amerikaner das Rennen einmal aus einer anderen Perspektive erleben – ohne den enormen Erfolgsdruck, der Team USA in den vergangenen Jahren begleitet hatte.

Kai Schulte-Lippern
Kai Schulte-Lippern
Fotocredits
  • Ray Archer
Textcredits
  • Kai Schulte-Lippern

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