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GP-Fahrerlager - Training mit Tim Gajser

Es ist nicht einfach, aber wir werden es überleben.

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Lesedauer: 5 min

Dieser Tage veröffentlichte das Team HRC ein Anfang des Monats aufgenommenes Video des dreifachen Motocross-Weltmeisters Tim Gajser. In diesem absolviert der 23-jährige Slowene per Videokonferenz eine leichte Online-Trainingseinheit mit Filippo Camaschella, dem Physiotherapeuten des Teams, und demonstriert dabei einfache Übungen für zu Hause, um in der Quarantänezeit fit und gesund zu bleiben.

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Im Zusammenhang mit diesem Video beantwortete Tim Gajser auch Fragen seiner Fans zu seinem Leben während der Corona-Pandemie, seiner Fitness und wie er sich auf seine Rennen vorbereitet.

Wie läuft dein Training zu Hause?

„Alles läuft derzeit annähernd normal. Ich habe ein Fitnessstudio zu Hause, also kann ich ganz normal trainieren. Einzig das Training mit dem Motorrad ist derzeit nicht möglich, weil wir zu Hause bleiben müssen. Ich habe  jetzt seit einigen Wochen nicht mehr auf einem Bike gesessen. Hoffentlich werden wir diese schwere Zeit bald überstehen und wieder Rennen fahren können.“

Du trainierst zu Hause jeden Tag?

„Ja, jeden Tag zweimal, einmal am Morgen und dann noch einmal am Nachmittag. Ich behalte meinen üblichen Trainingsplan bei und auch wenn ich diesen ein wenig anpassen musste, versuche ich, genauso zu trainieren wie vor Corona. Ich möchte in guter Form bleiben, weil wir zur Zeit nicht wissen, wann wir wieder mit den Rennen beginnen werden, aber ich hoffe, dass wir bald wieder starten.“

Normalerweise hast du ein genaues Datum wann das nächste Rennen ist. Und egal ob es in einer Woche oder drei Monaten ist, du weißt genau was du tun und wann du bereit sein musst. Ist es schwierig ohne ein konkretes Ziel zu trainieren?

„Ja, das ist hart, aber es ist für alle gleich. Ich versuche mich zu beschäftigen und hart zu trainieren, um in guter Form zu sein. Das ist wichtig und das Einzige, was ich zur Zeit wirklich tun kann.“

Wie wichtig ist körperliche Fitness für dich?

„Ich denke, körperlich fit zu sein, ist das Wichtigste. Denn wenn du in keiner guten Form bist, dann  kannst du das große und leistungsstarke Motorrad einfach nicht halten. Du musst also in der Lage sein, damit umzugehen und zwei Motos á 35 Minuten fahren zu können. Von daher ist es wirklich wichtig, sich vor der Saison gut vorzubereiten und auch während der Saison beständig hart daran zu arbeiten, das Fitnesslevel zu halten, welches man sich zu Beginn der Saison erarbeitet hat. Also ja, körperliche Fitness ist sehr, sehr wichtig.“

Tim Gajser (Honda) beim MXGP of Great Britain in Matterley Basin
Tim Gajser: Körperliche Fitness ist der Schlüssel zum Erfolg.

Wie läuft bei dir eine Woche ab?

„Grundsätzlich sieht mein Zeitplan für die Woche vor, dass ich viel laufe, Fahrrad fahre, Indoor rudere und ins Fitnessstudio gehe. Unter normalen Bedingungen ohne dem COVID-19-Virus trainierte ich zweimal pro Woche – konkret am Dienstag und Donnerstag – mit dem Motorrad. Und dann fahren wir normalerweise auch schon am Freitag wieder zu den Rennen, die am Samstag und Sonntag stattfinden. Im Grunde genommen fahre ich also vier Tage mit dem Bike und an den anderen Tagen laufe ich oder fahre Rad oder rudere oder bin im Fitnessstudio und das jeweils einmal am Morgen und am Nachmittag. So halte ich meinen Körper in Form.“

Was sieht es mit Erholung bei dir aus?

„Erholung ist für uns besonders wichtig. Wir haben ungefähr 20 Rennen in einer Saison, also fahren wir fast an jedem Wochenende Rennen. Nach dem Rennen am Sonntag ist es daher wirklich wichtig, dass wir uns am Montag gut erholen. Ich muss für das nächste Wochenende fit sein und die Batterien aufgeladen haben, weil man nach dem Grand Prix müde und leer ist. Man muss also sicherstellen, dass man erholt ist, um für die neue Woche und das nächste Wochenende bereit zu sein.“ 

„Es ist aber auch sehr wichtig, dabei auf den eigenen Körper zu hören. Manchmal,  wenn sich besonders erschöpft fühlt, ist besser, sich ein bisschen frei zu nehmen, als zu trainieren, denn wenn man müde ist, trainieren man nicht richtig und das ist nicht gut.  Auch wenn man zu viel trainiert oder den Körper überanstrengt, ist dies nicht gut. Der beste Weg ist es, wenn man auf ein Gleichgewicht zwischen Training und Ruhe achtet.“

Behältst du beim Training deine Herzfrequenz im Auge?

„Grundsätzlich ja. Ich habe im vergangenen Winter versucht mit einem Herzfrequenzmesser zu fahren. Ich glaube, meine durchschnittliche Herzfrequenz lag bei 178 und die maximale bei 190. Aber natürlich sind diese Werte bei jedem anders. Es sind nützliche Informationen, die aber nicht wirklich zwischen den einzelnen Menschen vergleichbar sind.“

Tim Gajser (Honda) beim MXGP of Great Britain in Matterley Basin
Tim Gajser: Ich geniese es Motocross zu fahren und habe Spaß dabei.

Fährst du aktuell irgendwo?

„Wie jeder weiß, durchleben wir aktuell mit dem Virus schwierige Zeiten. Von daher ist es nicht einfach, Motorrad zu fahren. In der Anfangsphase habe ich noch versucht, einmal pro Woche aufs Bike zu steigen, aber mit all den  Ausgangsbeschränkungen, die von den einzelnen Länder aufgestellt wurden und die es uns kaum erlauben nach draußen zu gehen, ist das äußerst schwierig. Von daher trainiere ich jetzt ausschließlich im Fitnessstudio und nicht auf dem Motorrad. Das ist keine leichte Situation gerade  für uns Motocross-Sportler, weil wir es gewohnt sind, hart zu trainieren und jeden Tag mit dem Motorrad zu fahren. Wie gesagt, es ist nicht einfach, aber wir werden überleben und das Fahren dann noch mehr genießen, wenn die Pandemie wieder vorbei ist.“

Genießt du es immer noch, Motocross zu fahren oder siehst du es eher als Job?

„Ich genieße das Motorradfahren wirklich. Für mich ist es das Wichtigste, das zu lieben, was ich tue. Wenn man etwas ohne Liebe und Leidenschaft tut, wird sich kein wirklicher Erfolg einstellen, weil du eigentlich wegen etwas anderem da bist.  Ich liebe es wirklich, Motocross zu fahren, seit ich zweieinhalb Jahre alt bin und das hält bis jetzt an. Und hoffentlich werde ich es auch in Zukunft lieben, Motocross zu fahren, einfach Spaß und eine gute Zeit zu haben.“

„Als Sportler haben wir großes Glück, denn dies ist unser Job und diesen machen auch aus großer Leidenschaft. Gerade weil ich so viel Spaß auf dem Dirtbike habe, habe ich nicht das Gefühl, dass Motocross mein Job ist. Ganz im Gegenteil bin ich sehr glücklich damit, dass ich unseren Sport genießen, dabei Spaß haben und diesen mit all meinen Fans teilen kann.“

Jens Pohl
Jens Pohl
Online-Redakteur
Fotocredits
  • Ray Archer
Textcredits
  • Jens Pohl

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